Pro und Kontra

Deutsche Energie-Agentur: Neue Internetseite zu Offshore-Wind

Potenziale, Herausforderungen und Konflikte sollen auf der neuen dena-Internetseite zum Thema Windenergienutzung auf offener See (Offshore) eine Plattform finden. Die Seite liefert aktuelle wirtschaftliche und technische Informationen. Denn: Könnten alle Interessen unter einen Hut gebracht werden, birgt die Offshore-Nutzung große Potenziale.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Die Deutsche Energie-Agentur (dena) bietet ab heute eine neue Internetplattform zur Windenergienutzung im Meer an. Unter www.offshore-wind.de sind erstmals alle Themen rund um die Offshore-Windenergienutzung in Deutschland zusammengestellt. Es geht insbesondere um Potenziale, Herausforderungen und mögliche Konflikte.

Die Seite liefert aktuelle Entwicklungen sowie technische und wirtschaftliche Fakten zum Offshore-Bereich, bietet Hintergründe zur Klima- und Energiepolitik, stellt Offshore-Projekte vor, informiert über Naturschutz und Offshore und listet eine Vielzahl an themenbezogenen Links auf. "Die Windenergienutzung auf See kann genau so wie die an Land ein Erfolg in Deutschland werden. Doch das Für und Wider muss öffentlich und transparent diskutiert werden. Dafür liefert das Internet-Angebot Argumente und Fakten", begründet Geschäftsführer Stephan Kohler die neue Internetseite der Deutschen Energie-Agentur. Dabei will die dena zwischen den verschiedenen Interessensgruppen zu vermitteln. "Als neutrale Energie-Agentur nimmt die dena eine Mittlerrolle ein zwischen Windparkplanern, Energiewirtschaft, Landesregierungen und Umweltschützern", erläutert Stephan Kohler. Jan Rispens, dena-Projektleiter für Offshore-Wind ergänzt: "Ein Dialog zwischen allen Beteiligten ist wichtig, denn für eine nachhaltige Energieversorgung Deutschlands kann Offshore-Wind mittel- und langfristig einen großen Beitrag leisten."

Die Bundesregierung hat im Januar dieses Jahres eine Strategie für Windenergienutzung im Meer beschlossen. Demnach sollen bis 2007 bis zu 500 Megawatt Leistung in Offshore-Windparks installiert werden und - wenn die Erfahrungen positiv sind - bis 2010 insgesamt 2000 bis 3000 Megawatt. Planer haben bereits über 30 Windparks beantragt. Naturschützer jedoch befürchten negative Auswirkungen vor allem auf die Vogelwelt. Zudem gibt es in einigen Küstenregionen Bedenken, dass Windparks den Tourismus oder die Schiffssicherheit beeinträchtigen könnten. Und neben dem politischen gibt es auch technischen Klärungsbedarf. Die meisten beantragten Windparks liegen mehr als 30 Kilometer von der Küste entfernt und in Gewässertiefen von über 25 Metern. Bisher gibt es jedoch keine Erfahrungen, wie Anlagen unter diesen Bedingungen technisch realisiert werden können und wie wirtschaftlich sie zu betreiben sind. Zudem werden die bisherigen Kapazitäten der Stromnetze in Zukunft nicht ausreichen, um die auf See produzierten Strommengen aufzunehmen und zu verteilen. Auch hier ist es Aufgabe der dena, gemeinsam mit Energieversorgern und Netzbetreibern Lösungen zu entwickeln.