Verfrühte Schlussfolgerungen

Deutsche Energie-Agentur dementiert "windigen" Bericht

Der gestern in der FAZ veröffentlichte Bericht, in dem behauptet wird, der Ausbau der Windenergie in Deutschland mache Stromausfälle wahrscheinlicher, ist nach Angaben der dena "sachlich falsch". Es werde aus einer Studie zitiert, deren Zwischenergebnisse keinerlei Rückschlüsse auf die endgültigen Ergebnisse zulassen.

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Berlin (ddp/sm) - Die Deutsche Energie-Agentur (dena) hat einen Medienbericht über eine Studie zur Windenergie als "verfrüht und sachlich falsch" bezeichnet. dena-Geschäftsführer Stephan Kohler dementierte am Montag die darin erhobene Behauptung, der Ausbau der Windenergie in Deutschland mache Stromausfälle wahrscheinlicher, "in allen wesentlichen Punkten".

Die Informationen basierten auf einem vorläufigen Entwurf des Abschlussberichts einer Arbeitsgruppe mit Stand Juli 2004, der keinerlei Rückschlüsse auf die endgültigen Ergebnisse der Analyse zulasse. Mit der Veröffentlichung der Studie sei erst Anfang 2005 zu rechnen.

Die dena hat im September 2003 eine Studie in Auftrag gegeben, die sich mit den technischen und wirtschaftlichen Perspektiven des Einsatzes der Windenergie und ihrer Einbindung in das Versorgungsnetz befasst. Federführend wird der Bericht vom Energiewirtschaftlichen Institut in Köln unter Beteiligung von Windparkentwicklern, Anlagenherstellern, Netzbetreibern sowie dem Bundesumwelt- und dem Bundeswirtschaftsministerium verfasst. Den strittigen Artikel hatte die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (Montagausgabe) veröffentlicht.

Schon die Ausgangsthese, wonach der Ausbau der Windkraft Stromausfälle wahrscheinlicher mache, sei "schlichtweg falsch", betonte Kohler. Die Studie werde vielmehr Instrumente und Wege aufzeigen, die die Versorgungssicherheit unter Berücksichtigung zunehmender Windenergieleistungen auf heutigem Niveau gewährleistet. Richtig sei vielmehr, dass aufgrund des vorläufigen Entwurfs ein umfangreicher Katalog von klärungsbedürftigen Punkten vereinbart wurde, die von Gutachtern noch zu prüfen seien. Zurzeit ließen sich aus dem Papier keine gesicherten Aussagen "herauslesen".

Der Bundesverband WindEnergie (BWE) bezeichnete die Veröffentlichung von nicht verifizierten Zwischenergebnissen als "neuen Versuch der Abzocke durch die Stromnetzbetreiber". Offenbar solle damit die nächste unbegründete Erhöhung der Netznutzungsentgelte vorbereitet werden, bewertet Johannes Lackmann, stellvertretender Präsident des BWE und Mitglied der Projektsteuerungsgruppe der Studie den Vorgang. Die FAZ zitiere einen Zwischenbericht aus dem Juli, der wegen massiver fachlicher Mängel von den Auftraggebern nicht abgenommenen worden sei, sagte er weiter.

"Dieser Artikel ist ein weiteres Beispiel für den unseriösen Journalismus der FAZ in diesem Themenbereich, die sich seit geraumer Zeit vor den Karren der Kampagne der Stromkonzerne gegen die erneuerbaren Energien spannen lässt. Damit wird auch versucht, von der Debatte um den mangelnden Wettbewerb im Energiemarkt abzulenken", zeigte sich auch Michaele Hustedt, energiepolitische Sprecherin von Bündnis 90/Die Grünen verärgert.