Hohes Potenzial

Deutsch-Russischer Dialog zur Energiepolitik

In der Staatsduma, dem Parlament der Russischen Föderation, fand jetzt ein Informationsaustausch über die gesetzlichen Rahmenbedingungen zum Ausbau der dezentralen Energieversorgung auf Basis erneuerbarer Energien statt. Deutsche und russische Experten diskutierten unter anderem auch Fördermodelle.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Frankfurt (red) - Wie der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) berichtet, war die Diskussionsgrundlage ein Gesetzentwurf des Duma-Ausschusses für Energie, Verkehr und Kommunikation, dessen Vorsitzender Jasev die Grundlagen des geplanten Gesetzes erläuterte. Russland will den Ausbau der dezentralen Energieversorgung insbesondere in den Republiken fördern, die nicht an dem großen zentralen Kraftswerkspark partizipieren können. Das Gebiet entspricht etwa 60 Prozent des russischen Territoriums.

Experten des Bundesumweltministeriums (BMU), der Deutschen Energieagentur (DENA) und des VDMA berichteten sowohl über die Erfahrungen Deutschlands bei der Entwicklung der gesetzlichen Grundlagen für erneuerbare Energien als auch über die Auswirkungen auf die Technologie- und Wirtschaftsentwicklung in Deutschland. Kernpunkt der anschließenden Diskussion waren die unterschiedlichen Fördermodelle zum Ausbau der dezentralen Energieversorgungssysteme.

Hervorgehoben wurde von deutscher Seite die Notwendigkeit planbarer und verlässlicher Rahmenbedingungen, die Beachtung eines ausgewogenen Energiemixes unter Einbeziehung aller zur Verfügung stehenden Energiequellen und Technologien und die effiziente Ausgestaltung staatlicher Fördersysteme und deren zeitliche Befristung.

"Für die Nutzung Erneuerbarer Energien auch im Bereich der dezentralen Energiewirtschaft verfügt Russland über riesige Potenziale. Es gilt, die guten Beziehungen von Unternehmen beider Länder zum beidseitigen Nutzen auch auf diesem Gebiet auszubauen. Für die Hersteller von dezentralen Energieversorgungsanlagen kann sich bei entsprechender Umsetzung der neuen Gesetzgebung ein sehr interessanter Absatzmarkt entwickeln. Die russische Seite kann hierbei von den hohen technologischen Standards der deutschen Hersteller profitieren", betonte VDMA Power Systems-Geschäftsführer Thorsten Herdan.

Ein weiteres Thema der Tagung war der Bau der Ostsee-Gaspipeline, die nach Vertretern beider Seiten für Deutschland und Russland von strategischer Bedeutung sei. "Die Ostseepipeline sollte schnell realisiert werden, da auch andere Staaten am russischen Erdgas interessiert sind. In dieser Konkurrenzsituation ist es für Deutschland und Europa besonders wichtig, dass mit dem Baubeginn der Nordeuropäischen Gaspipeline künftige Lieferungen aus Nordrussland rechtzeitig abgesichert werden", betonte dena-Geschäftsführer Stephan Kohler.

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