Energie-Armut

Deutsch-holländische Energie-Koop: 60 Millionen Euro für Entwicklungsländer

Auf dem Weltgipfel für Nachhaltige Entwicklung 2002 in Johannesburg hatten die Niederlande ihr Ziel verkündet, bis ins Jahr 2015 zehn Millionen mehr Menschen den Zugang zu Energie zu verschaffen. In dieser Woche wurde mit Deutschland eine Kooperationsvereinbarung mit einem Budget von 60 Millionen Euro unterzeichnet.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Eschborn/Nordwijk (red) - Die niederländische Ministerin für Entwicklungszusammenarbeit, Agnes van Ardenne, und der Statssekretär im Bundesentwickungsministerium (BMZ), Erich Stather, in dieser Woche die Kooperationsvereinbarung "Energizing Development" unterzeichnet. Für zunächst vier Jahre soll Deutschland mit einem jährlichen Budget von 15 Millionen Euro mehr Menschen in Entwicklungsländern den Zugang zu modernen Energieformen verschaffen.

Damit möchten die Niederlande ihrem ehrgeizigen Ziel einen weiteren Schritt näher kommen, bis 2015 insgesamt zehn Millionen Menschen aus der Energie-Armut zu befreien. Als direkter Partner des Generaldirektorats für Internationale Zusammenarbeit (DGIS) im niederländischen Außenministerium fungiert die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ). "Durch diese Kooperation werden wir den Millenniumsentwicklungszielen der Vereinten Nationen einen weiteren Schritt näher kommen, die weltweite Armut zu verringern. Denn Energie ist der Schlüssel zu wirtschaftlicher und sozialer Entwicklung", erläuterte Staatssekretär Erich Stather.

Ziel der Partnerschaft ist es, vor allem die besonders benachteiligten Menschen im ländlichen Raum dauerhauft mit Kochenergie und Strom für Licht zu versorgen. Energie soll dort verfügbar gemacht werden, wo bisher Energiemangel die Menschen daran hindert, einkommenschaffenden Aktivitäten nachzugehen. "Mit ihrer Energie-Expertise in rund 40 Ländern ist die GTZ der ideale Partner für die Niederländer, die ihrerseits nicht über eine vergleichbare Durchführungsstruktur für Energiethemen im eigenen Land verfügen", so Stather weiter, der zugleich Aufsichtsratsvorsitzender des Bundesunternehmens GTZ ist.

Insbesondere in Afrika, wo die meisten der insgesamt etwa zwei Milliarden Menschen ohne Zugang zu Energie leben, sollen die Gelder der Niederländer zum Einsatz kommen: Entweder als Aufstockung von Programmen und Projekten, die die GTZ bereits in Partnerländern der Niederländer betreut, oder als Neuvorhaben. 3,1 Millionen Menschen zusätzlich, schätzt die GTZ, lassen sich durch die in den ersten vier Jahren zur Verfügung gestellten Mittel mit moderner Energie versorgen - mit Energie zum Kochen und Heizen, mit Strom für Licht und Radio in privaten Haushalten, mit Energie in sozialen Einrichtungen wie Krankenhäusern, Schulen oder Gemeindezentren sowie mit Energie für die Produktion in Klein- und mittleren Unternehmen.