Zwei Umfragen

Deutliche Mehrheit für schnellen Atomausstieg

Nach der Katastrophe in Japan wünscht sich eine Mehrheit der Deutschen einen schnellen und vorzeitigen Ausstieg aus der Atomenergie. Nach wie vor bezweifeln viele Befragte, dass die vorläufig abgeschalteten Altmeiler endgültig vom Netz gehen. Das besagen zwei Umfragen von Ende März.

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Bremen/Berlin (dapd/red) - Nach der Reaktorkatastrophe in Japan plädieren laut ZDF-Politbarometer 55 Prozent der Deutschen für einen möglichst schnellen Ausstieg aus der Atomenergie. Laut der am Freitag veröffentlichten Umfrage befürworten lediglich neun Prozent eine Laufzeitverlängerung für die Reaktoren bis 2035. Den ursprünglich geplanten Atomausstieg bis zum Jahr 2021 finden 34 Prozent richtig.

Die sieben ältesten deutschen Atomkraftwerke sind derzeit nach einer Entscheidung der Bundesregierung vorübergehend stillgelegt und sollen einer Sicherheitsüberprüfung unterzogen werden. 39 Prozent der Befragten glauben, dass diese Meiler nach Ende des Moratoriums endgültig vom Netz gehen werden, eine klare Mehrheit (55 Prozent) hingegen bezweifelt dies. Dass die Bundesregierung deutlich schneller als geplant aus der Atomkraft aussteigen wird, erwarten 50 Prozent, während 45 Prozent das nicht für realistisch halten.

Schneller Atomausstieg ist gewollt, wird aber bezweifelt

Für das ZDF-Politbarometer befragte die Forschungsgruppe Wahlen vom 29. bis 31. März 2011 telefonisch 1.283 zufällig ausgewählte Wahlberechtigte.

In einer weiteren repräsentativen Umfrage hat die Konkret Marktforschung in der Zeit vom 24. bis 27. März 1001 Internetnutzer befragt. Demnach sollten für jeden fünften Befragten der Atomausstieg sofort vonstatten gehen; für drei Viertel der Befragten sollte das letzte Atomkraftwerk innerhalb der nächsten zehn Jahre vom Netz gehen. Lediglich sechs Prozent halten an einer dauerhaften Nutzung der Atomkraft fest. Auch in dieser Umfrage glaubt nur jeder Zweite, dass in Deutschland eine Energiesicherheit ohne Atomkraft gewährleistet werden kann.