EU-Kommission

Designierte Energie-Kommissarin im Kreuzfeuer

Auch die designierte Energie-Kommissarin Alenka Bratusek muss bei den Anhörungen im Europaparlament Rede und Antwort stehen. Die Kritik an der Art und Weise ihrer Nominierung hat sie dabei zurückgewiesen. Die Slowenin hatte sich als Ministerpräsidentin neben zwei anderen Kandidaten selbst vorgeschlagen.

Europa© mik ivan / Fotolia.com

Brüssel (AFP/red) - Bei den Anhörungen der designierten EU-Kommissare im Europaparlament hat die Slowenin Alenka Bratusek Kritik an der Art und Weise ihrer Nominierung zurückgewiesen. Ihr Land habe dem künftigen EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker drei Vorschläge für den Posten in Brüssel gemacht, sagte Bratusek, die als Vizepräsidentin der Kommission für den Bereich der Energieunion zuständig sein soll, am Montag. Juncker habe dann "die endgültige Entscheidung" getroffen. "Dies sind die Fakten und nichts anderes", sagte Bratusek, die noch bis vor kurzem Regierungschefin in Slowenien war.

Bratusek nominierte sich selbst

Im Europaparlament hatten insbesondere Abgeordnete aus Slowenien kritisiert, dass sich Bratusek vor ihrem Abtritt als Ministerpräsidentin selbst für den Posten in Brüssel nominiert habe. Die 44-Jährige war nach einem Machtkampf in ihrer damaligen Partei im Mai nach nur 13 Monaten im Amt zurückgetreten, übte den Posten der Regierungschefin aber noch bis nach den Neuwahlen im Sommer geschäftsführend aus. Als einer ihrer letzten Amtshandlungen schickte sie Sloweniens Nominierungsliste für die Kommissarsposten nach Brüssel, auf der sie neben zwei weiteren Kandidaten selbst stand.

Notfallplan hinsichtlich der Ukraine-Krise

Mit Blick auf die Spannungen mit Russland und Befürchtungen einer Einschränkung der Gaslieferungen Richtung Westeuropa sagte Bratusek in der Anhörung, hier müsse die Kommission nun rasch handeln. Notwendig sei "eine Art Notfallplan" für den Fall, dass Energielieferungen zurückgingen oder gar unterbrochen würden. Wichtig sei dabei, "dass dabei auch die beiden anderen großen Lieferanten in Betracht gezogen werden", nämlich Norwegen und die Mittelmeerländer.

Energieunabhängigkeit schaffen

Langfristig werde Europa nur über einen stärkeren Energie-Binnenmarkt unabhängiger. Dazu gehöre unter anderem der Ausbau der Infrastruktur und die Möglichkeit der Weiterleitung von Energie zwischen den Mitgliedstaaten, sagte die Slowenin vor dem Europaparlament, das die Anwärter auf einen Posten in der künftigen EU-Kommission bestätigen muss.

Quelle: AFP