Missbrauch von Marktmacht?

Der Tagesspiegel: Kartellamt prüft Vattenfall-Preiserhöhung

Einem Bericht des Tagesspiegel zufolge will das Bundeskartellamt jetzt die geplanten Erhöhungen der Netznutzungsentgelte überprüfen. Vattenfall hatte zu Beginn der Woche angekündigt, die Preise aufgrund von Zusatzkosten aus der Windenergieeinspeisung erhöhen zu wollen.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - Das Bundeskartellamt will die Pläne der Stromkonzerne, die Preise für die Nutzung von Leitungen zum Teil massiv zu erhöhen, überprüfen.

Der Präsident des Amtes, Ulf Böge, sagte dem Tagesspiegel (Mittwochausgabe), "Preiserhöhungen von 20 Prozent und mehr sind für uns nicht nachvollziehbar". Damit nahm er Bezug auf die Ankündigung von Vattenfall Europe, Zusatzkosten für die Windenergie-Einspeisung auf die Transportpreise im Höchstspannungsnetz aufzuschlagen.

Zu Spekulationen, dass weitere Stromkonzerne Preiserhöhungen prüfen, sagte Böge: "Genaue Informationen darüber liegen uns bisher nicht vor. Wenn es aber Anhaltspunkte für deutliche Preisanhebungen gibt, dann können diese Versorger in die Prüfung einbezogen werden." Das Kartellamt will Vattenfall jetzt anschreiben "und um Auskunft über die genaue Kalkulation bitten", sagte Böge weiter.

Der Kartellamtschef hat auch Zweifel, dass Aufschläge von 20 Prozent mit der so genannten Verbändevereinbarung der Stromwirtschaft in Einklang stehen. "In einer Wettbewerbswirtschaft", so Böge weiter, "bilden sich Preise nach Angebot und Nachfrage." Auf dem Strommarkt funktioniere das allerdings wegen der natürlichen Leitungsmonopole nicht. "So besteht die Gefahr, dass die Unternehmen bei der Kalkulation einen Schnaps drauflegen." Das Kartellamt habe zu prüfen, ob die Netznutzungspreise "angemessen" kalkuliert worden seien.

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