Studie

Der Tagesspiegel: Förderung erneuerbarer Energien kostet knapp 20.000 Arbeitsplätze

"Der Tagesspiegel" berichtet in seiner heutigen Ausgabe von einer Studie des Bremer Energie Instituts, die einen negativen Beschäftigungseffekt durch die Förderung erneuerbarer Energien erkennt. Bisher veröffentlicht wurde die Studie nicht und das Umweltministerium bezeichnete sie gegenüber dem "Tagesspiegel" auch als unseriös und tendenziös.

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Berlin (red) - Die massive Förderung der Windkraft und anderer erneuerbarer Energieformen führt nach einer Studie von Wolfgang Pfaffenberger, Chef des Bremer Energie Instituts, zur Vernichtung von Arbeitsplätzen, berichtet "Der Tagesspiegel" in seiner heutigen Ausgabe.

Allein die Investitionen des Jahres 2002 in erneuerbare Energien (knapp fünf Milliarden Euro) haben laut Pfaffenberger während des Förderzeitraums von 20 Jahren insgesamt einen negativen Beschäftigungseffekt von 19 000 Arbeitsplätzen. Die Untersuchung stelle damit das Image der erneuerbaren Energien "im großen Umfang Arbeitsplätze zu schaffen beziehungsweise zu sichern" in Frage, schließt der Autor.

Pfaffenberger erstellte die Untersuchung im Auftrag der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung. Veröffentlicht wurde sie bislang nicht, heißt es im "Tagesspiegel". In Fachkreisen führe das Papier jedoch zu heftigen Debatten. Das Bundesumweltministerium wertet die Studie als "unseriös und tendenziös". Das Ministerium messe dem Papier daher keine große Bedeutung zu, sagte eine Sprecherin dem Tagesspiegel.

Der Bremer Wissenschaftler begründet den insgesamt negativen Beschäftigungseffekt der erneuerbaren Energien vor allem mit den volkswirtschaftlichen Nachteilen durch die staatliche Förderung. Die Produktion und Installation von Windkraft-, Solar- oder Biogasanlagen führten zwar zur Schaffung zusätzlicher Jobs. 61 000 sind es nach den Berechnungen des Instituts bezogen auf das Investitionsjahr 2000. Auch sichere der Betrieb 20 Jahre lang 2350 Arbeitsplätze. Doch die Subvention entziehe anderen Wirtschaftszweigen zugleich Investitions- und Kaufkraft. Diesen so genannten Budgeteffekt beziffert Pfaffenberger mit 6350 Arbeitsplätzen. Unter dem Strich bleibt laut Studie daher in zwei Jahrzehnten ein negativer Effekt von 19.000 Arbeitsplätzen.

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