Massiver Vorstoß

"Der Spiegel": Yello prüft Klage gegen bis zu 400 Stadtwerke (aktual.)

Der Kölner Stromanbieter Yello geht in die Offensive: Wegen "völlig unangemessener" Durchleitungsgebühren und damit einhergehender Wettbewerbsbehinderung lässt das Unternehmen derzeit prüfen, ob man bis zu 400 Stadtwerke wegen falscher oder überhöhter Abrechnungen verklagen kann.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Wie das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" in seiner heutigen Ausgabe berichtet, plant der Kölner Stromanbieter Yello eine regelrechte "Großoffensive gegen Stadtwerke". Hintergrund sind einmal mehr die Durchleitungsgebühren, die nach Ansicht von Yello "immer noch völlig unangemessen" sind und die eine "massive Behinderung des Wettbewerbs" zur Folge hätten.

Yello-Pressesprecher Andreas Müller hat gegenüber dem strom magazin den Inhalt des "Spiegel"-Artikels bestätigt. Im Auftrag von Yello würden derzeit Juristen die Möglichkeit prüfen, bis zu 400 Stadtwerke wegen "falscher oder überhöhter Abrechnungen" zu verklagen. Ob die Prüfung inhouse oder von externen Juristen vorgenommen werde, wollte Müller nicht kommentieren.

Bis dato stehe nicht fest, ob man nach Abschluss der Prüfungen alle Klagen einreiche oder ob man sich lediglich auf die gravierendsten Verstöße beschränke. Der Zeithorizont dieser Großoffensive sei nicht absehbar, so Müller. Ungeachtet dieses Vorstoßes betonte der Yello-Pressesprecher, dass man nach wie vor an der Forderung festhalte, eine Regulierungsbehörde einzurichten. "Wir brauchen einen starken Regulierer", so Müller. Gleichwohl werde man parallel dazu den juristischen Weg beschreiten, wenn der Verdacht zu hoher Durchleitungsgebühren nahe liege.

Müller erinnerte daran, dass Yello schon im vergangenen Jahr erste Klagen gegen Netzbetreiber angestrengt habe - insofern seien die augenblicklichen Prüfungen nichts neues. Yello habe die "Großoffensive" alleine initiiert, weitere Unternehmen oder Verbände stünden nicht hinter der Aktion.

Mit dem juristischen Vorstoß gegen die lokalen Netzbetreiber wolle Yello, so "Der Spiegel", dem brachliegenden Wettbewerb im liberalisierten Energiemarkt neuen Auftrieb geben. Welche Stadtwerke auf der Yello-Verdachtsliste "ganz oben" stehen, darüber hüllt man sich in Köln in Schweigen.