Verunsicherung

dena: plädiert für Festhalten am Atomausstieg

Die Deutsche Energieagentur (dena) plädiert dafür, den von SPD und Grünen mit der Energiewirtschaft vereinbarten Atomausstieg umzusetzen. Die Ankündigung der neuen Bundesregierung, die Laufzeiten der Atomkraftwerke zu verlängern, habe zu massiver Verunsicherung im Elektrizitätsmarkt geführt.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Frankfurt/Main (ddp/red) - Investoren schöben ihre Pläne für neue, effiziente Kohle- und Gaskraftwerke weiter auf, sagte dena-Chef Stephan Kohler der "Frankfurter Rundschau" laut Vorabbericht.

Stromlücke und höhere Strompreise drohen

Kohler forderte, die Situation sehr schnell zu klären, da sonst mittelfristig eine "Stromlücke" und höhere Strompreise drohten. Er räumte ein, dass die von der dena für 2020 prognostizierte "Stromlücke" von 10.500 bis 14.000 Megawatt geschlossen würde, wenn ein Großteil der derzeit 17 deutschen Atomkraftwerke am Netz bleibe. "Das ist aber wegen der weiter bestehenden AKW-Sicherheitsproblematik und der ungelösten Endlagerung keine Alternative, die man verfolgen sollte", sagte er.

Umweltbundesamt sieht keine Stromlücke

Die Agentur gehört zur einen Hälfte dem Bund, zur anderen der KfW, der Allianz, der Deutschen Bank und der DZ Bank. Das Umweltbundesamt kritisierte die "Stromlücken"-Warnung der dena. "Die Versorgungssicherheit ist gewährleistet", sagte Abteilungsleiter Klaus Müschen der Zeitung. Eigene Berechnungen hätten ergeben, dass genügend Alternativen zum Bau von Kohlekraftwerken existierten.