Sanierungsmaßnahmen

dena-Pilotprojekt macht aus Altbauten Energiesparhäuser

Im Rahmen des dena-Pilotprojekt "Niedrigenergiehaus im Bestand" will die GEWOBA Bremen mit der Klimaschutzagentur Bremer Energie-Konsens zwei Wohnhäuser mit insgesamt 42 Mietparteien modernisieren. Maßnahmen wie hochgedämmte Außenhüllen und dreifach verglaste Fenster sollen den Energiebedarf erheblich gesenken.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Bremen (red) - Die GEWOBA Bremen will gemeinsam mit der Klimaschutzagentur Bremer Energie-Konsens den Primärenergiebedarf zweier Bestandsimmobilien auf rund 40 beziehungsweise 60 Kilowattstunden Primärenergie pro Quadratmeter und Jahr reduzieren. Das Sanierungsvorhaben startet jetzt im Rahmen des bundesweiten Pilotprojektes "Niedrigenergiehaus im Bestand" der Deutschen Energie Agentur (dena).

Durch innovative Technologien und Baustoffe sowie der Installation einer Solaranlage für die Erwärmung des Brauch- und Heizwarmwassers solle der Primärenergiebedarf der Wohngebäude Steffensweg 97–101 sowie Carl-Hurtzig-Straße 15–19 um etwa 85 beziehungsweise 65 Prozent gesenkt werden. Zusätzlich erfahren die Wohnhäuser durch die Baumaßnahmen eine deutliche Aufwertung und blieben so für die Mieter attraktiv, da der Wohnkomfort steigt, während die Nebenkosten sinken.

"Im Idealfall ist es heutzutage möglich, den Energiebedarf eines 50er-, 60er- oder 70er Jahre-Baus auf das Niveau eines "4-Liter-Hauses" zu drosseln, bei dem der Primärenergiebedarf 40 Kilowattstunden pro Jahr und Quadratmeter nicht überschreitet", sagt Ute Czylwik, zuständige Projektleiterin bei der dena in Berlin, die mit diesem Pilotprojekt vor allem Aufklärungsarbeit betreiben will. "Das ist ein besseres Ergebnis als bei einem Neubau. Denn selbst wenn ein Gebäude nach EnEV als Neubau errichtet worden wäre, läge der Energiebedarf bei circa 100 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr, was etwa 10 Liter Heizöl entspricht", so Czylwik weiter. "Eine ganze Gebäudegeneration kommt jetzt ins Sanierungsalter. Wer Teilnehmer des Projektes ist, kann dafür auch Fördermittel der Kreditanstalt für Wiederaufbau in Anspruch nehmen."

Bei beiden Sanierungsvorhaben handelt es sich um typische Siedlungsgebäude aus den fünfziger und sechziger Jahren mit drei beziehungsweise vier Geschosshöhen. Das Wohnhaus im Steffensweg verfügt über eine Wohnnutzfläche von 888 Quadratmetern verteilt auf 18 Mietparteien. In der Carl-Hurtzig-Straße wohnen 24 Parteien auf insgesamt rund 1.900 Quadratmetern Fläche. Beide Gebäude erhalten nun "eine hochgedämmte Außenhülle und neue Fenster mit dreifacher Wärmeschutzverglasung", erläutert Klaus Stadler, Vorstand der GEWOBA. Auch die Kellergeschossdecke wird durch eine wärmeisolierende Schicht ergänzt.

Für das Haus Steffensweg ist zudem zur Steigerung des Wohnkomforts der Anbau neuer Vorstellbalkone vorgesehen. Eine verbesserte Energiebilanz soll bei diesem Gebäude insbesondere durch die Installation einer dezentralen Wohnungslüftung sowie einer Solaranlage für die Erwärmung des Brauch- und Heizwarmwassers erreicht werden. Auch die Maßnahmen in der Carl-Hurtzig-Straße dienen dazu, das Mikroklima im Gebäude zu verbessern und den Energieverlust zu minimieren. Die Luftqualität in den Wohnungen wird künftig durch eine zentrale Belüftung gesteuert. Um das Entweichen von Wärme aus den Wohnräumen zu verhindern, werden die vorhandenen Loggien an diesem Gebäude im gleichen Dämmstandard wie die Fenster verglast. Begrüßen werden die Bewohner schließlich auch den Einbau neuer Bäder.

Beide Gebäude werden in bewohntem Zustand modernisiert. "Von der Sanierung profitieren nicht nur die Mieter. Durch die öffentlich gemachten Planungsdetails und Erfahrungsberichte können auch das örtliche Baugewerbe und das Handwerk viel von dem Projekt lernen", freut sich Dr. Cornelis Rasmussen, Geschäftsführer der Bremer Energie-Konsens GmbH über einen weiteren positiven Nebeneffekt. Mit dem Abschluss der gesamten Arbeiten rechnen die Beteiligten im Juli 2005.