Emissionshandel

dena: Klimaschutz gibt es nicht umsonst

Ist der Emissionshandel an den hohen Strompreisen schuld? Diese Frage diskutierten in dieser Woche Vertreter aus Energiewirtschaft, Industrie und Wissenschaft im Rahmen eines Expertengesprächs, zu dem die Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena) eingeladen hatte. Hierbei wurden die verschiedenen Effekte des Emissionshandels deutlich.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - "Der CO2-Markt ist ein europäischer Markt, der funktioniert und seiner Zielsetzung gerecht wird", bilanzierte dena-Geschäftsführer Stephan Kohler bei dem Treffen in Berlin. "Wichtig aber ist, dass die bestehenden Probleme, die besonders die energieintensiven Industrieunternehmen betreffen, schnell ausgeräumt werden".

Europaweit hätte sich inzwischen der Markt für Emissionsberechtigungen etabliert. Nach anfänglich wenigen Transaktionen und einer geringen Anzahl an Akteuren seien nun steigende Volumina sowohl im bilateralen Handel als auch an den europäischen Börsenplätzen für Kohlendioxid (CO2)-Zertifikate zu verzeichnen. Starke Preissteigerungen für Emissionszertifikate und Stromlieferungen seien insofern kein deutsches Phänomen, sondern in allen EU-Mitgliedsstaaten zu beobachten, hieß es. Der Markt funktioniere aber noch nicht reibungslos: Besonders problematisch sei, dass bislang nicht alle Mitgliedstaaten der EU die notwendigen Voraussetzungen für den Handel mit Emissionszertifikaten geschaffen hätten und deshalb noch nicht teilnehmen könnten.

Auch so genannte Sondereffekte hätten Einfluss auf den CO2-Markt. "Insbesondere die Preisentwicklung für Primärenergie hat sich neben dem Strompreis auch auf den CO2-Zertifikatspreis ausgewirkt. Mit der Verteuerung von Gas wurde mehr Kohle verstromt. Der Bedarf an CO2-Zertifikaten ist damit europaweit gestiegen. Gleichzeitig ist der Vorschlag der Bundesregierung vom letzten G7-Treffen, für mehr Transparenz im Bereich der Energiepreisentwicklung zu sorgen und damit überhöhten Energiepreisen vorzubeugen, richtig und begrüßenswert", so Kohler.

Preistreiber für den Emissionshandel war in den vergangenen Monaten nach Angaben der dena aber auch der hohe Strombedarf in Südeuropa. Die andauernde Hitzeperiode und Wasserknappheit hätten dazu geführt, dass die betroffenen Länder mehr Strom importieren mussten, der in fossilen Kraftwerken produziert wurde. Nach Auffassung der Teilnehmer des Expertengespräches bestehe hier kurzfristiger Handlungsbedarf. Energieversorgungsunternehmen und die stromintensive Industrie müssten durch den Abschluss bilateraler Verträge bzw. durch entsprechende Vertragsanpassungen zu einer Verbesserung der Situation beitragen. Mittelfristig, so waren sich die Teilnehmer der dena-Veranstaltung einig, müssten die Marktunvollkommenheiten bereinigt und das System optimiert werden.

Als Antwort auf die steigenden Strom- und Erdölpreise sieht die dena Energieffizienz, technische Innovationen und regenerative Energien. Ein Beispiel hierfür sei dena-Initiative EnergieEffizienz, die Einsparpotenziale in den unterschiedlichsten Bereichen erschließt – von den Haushalten über Handel und Gewerbe bis hin zum Industriebereich.