Forderung

dena: Gesetzliche Kohlendioxid-Limits für Autos

Der Chef der Deutschen Energieagentur (dena), Stephan Kohler, hält strenge gesetzliche Klimaschutzvorgaben für die Autoindustrie für notwendig. Er unterstützt die geplanten EU-Vorgaben, hält allerdings die Kritik von EU-Kommissar Stavros Dimas für "weltfremd".

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Berlin/Frankfurt (Main) (ddp/sm) - Kohler forderte die EU in der "Frankfurter Rundschau" Vorabbericht auf, an den Zielmarken von 140 Gramm Kohlendioxid-Ausstoß pro 100 Kilometer bis 2008 und 120 Gramm Kohlendioxid bis 2012 bei Neuwagen festzuhalten und dies gesetzlich zu fixieren. Allerdings sollten nach Wagenklasse unterschiedliche, aber anspruchvolle Limits festgelegt werden.

Die deutschen Autobauer müssten dazu beitragen, das Fahrzeuge an Gewicht und Tempo verlören, forderte Kohler. "Die Deutschen sind Spitze, mit einem Geländewagen bei Tempo 250 relativ sparsam unterwegs zu sein. Aber das darf nicht das Ziel sein, um von A nach B zu kommen", sagte Kohler. Er forderte die Industrie auf, für ein anderes Mobilitätsverhalten zu werben.

Die Kritik von EU-Umweltkommissar Stavros Dimas am "lahmenden" Klima-Vorreiter Deutschland wies Kohler dagegen als weltfremd zurück. "Man reibt sich die Augen und fragt sich, ob Dimas dasselbe Land meint", sagte er. In praktisch allen Sektoren - von Kraftwerkstechnik und Ausbau der erneuerbaren Energien bis zur effizienten Energienutzung in Gebäuden und industriellen Anlagentechnik - sei Deutschland die Nummer eins oder zwei an der Weltspitze. Allenfalls Japan sei in Teilbereichen genauso gut oder etwas besser. Allerdings müsse auch hier der Klimaschutzfortschritt wie in allen anderen Ländern weitergehen.

Der Chef der FDP-Nachwuchsorganisation Junge Liberale, Johannes Vogel, sprach sich in der Zeitung für eine Besteuerung des Kraftstoffverbrauchs und der Emissionen von Autos anstelle des Hubraum aus.

Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) sprach sich dagegen aus, Abgashöchstmengen für jedes einzelne Fahrzeug festzulegen. Man dürfe in der gegenwärtigen Diskussion um den Klimaschutz nicht zulassen, dass das Automobil zum Hauptsündenbock gemacht werde.

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