Befürworter und Gegener

Demonstrationen für und gegen Kohlekraftwerk Staudinger

Gegner und Befürworter der Erweiterung des Kohlekraftwerks Staudinger haben sich vor der Erörterung im Genehmigungsverfahren für ihre jeweiligen Positionen stark gemacht. Nach Angaben der Polizei versammelten sich heute vor dem Bürgerhaus in Großkrotzenburg 200 E.ON-Mitarbeiter auf der einen und 50 Umweltschützer auf der anderen Seite.

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Großkrotzenburg (ddp-hes/red) - Die Gegner des neuen Blocks 6 trugen Transparente mit der Aufschrift "Energiewende jetzt - Für eine kohlefreie Zukunft" und "Klimaschutz statt E.ON-Schutz". Einige Teilnehmer waren als Eisbären verkleidet und warnten auf Schildern vor den Folgen des Klimawandels.

E.ON-Mitarbeiter fürchten Arbeitsplatz-Verlust

Die E.ON-Mitarbeiter hingegen bekundeten auf ihren Transparenten: "Ja zu Block 6, nein zu Ignoranz". Der Betriebsratschef des Kraftwerks, Dieter Kremer, sagte, die Mitarbeiter demonstrierten für die Zukunft ihrer Arbeitsplätze. Ende 2012 würden die Blöcke eins bis drei abgeschaltet: "Die Existenz vieler Kollegen und ihrer Familien steht auf dem Spiel."

Auswirkungen auf Gesundheit und Naturschutz

Der BUND-Energieexperte Werner Neumann erwiderte, dass die Auswirkungen auf Gesundheit und Naturschutz nicht ausreichend bedacht worden seien. Die Belastung mit Schadstoffen wie Quecksilber und Schwermetallen werde in der Region steigen. Zudem werde das Kraftwerk nach der Erweiterung deutlich mehr Kohlendioxid als bisher ausstoßen. "Wir haben gute Argumente", betonte Neumann. Zumal E.ON für die geplante Erweiterung keinen Bebauungsplan vorweisen könne.

Hoffen auf Entscheidung der Richter

Der Sprecher der Bürgerinitiative "Stopp Staudinger", Winfried Schwab-Posselt, verwies darauf, dass die hessische Landesregierung einen zügigen Ausbau des Kraftwerks unterstütze. Da die Erweiterung politisch gewollt sei, werde das Genehmigungsverfahren wohl reibungslos über die Bühne gehen. Die nächste Instanz seien die Richter. "Wir sind voller Hoffnung, dass die Genehmigung vor Gericht keinen Bestand hat", sagte Schwab-Posselt.