Mehr Umweltverträglichkeit gefordert

Demonstration in Mindelheim gegen Kraftwerk mit Müllverbrennung

Mit Transparenten und Sprechchören haben am Samstag mehr als 1000 Menschen in der Unterallgäuer Kreisstadt Mindelheim gegen eine Verbrennungsanlage im nahen Ettringen protestiert. Zu der Aktion hatten mehrere Bürgerinitiativen im Unterallgäu aufgerufen.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Mindelheim (ddp-bay/sm) - Die Bürgerinitiativen haben massive Bedenken gegen das geplante 125-Millionen-Euro-Projekt. Nach Angaben der Initiativen soll dort für die Papierfabrik Lang die "zweitgrößte Müllverbrennungsanlage Bayerns" entstehen.

Wie Fabrikleiter Thomas Krauthauf der Nachrichtenagentur ddp auf Anfrage sagte, wurden die ursprünglich geplanten Mengen für die Verbrennung deutlich reduziert. Die Papierfabrik, die zum finnischen Myllykoski-Konzern gehört, habe eine Selbstverpflichtung ausgearbeitet, mit der sie den Bürgerinitiativen, den Gemeinden und dem Landrat entgegengekommen sei und nachgebessert habe. So sei die Menge des umstrittenen Ersatzbrennstoffs, der unter anderem aus getrockneten Kunststoffabfällen besteht, um 40 Prozent auf 90.000 Tonnen jährlich reduziert worden. Der ebenfalls heftig umstrittene Klärschlammanteil sei um 20 Prozent "zurückgefahren" worden.

Das reicht den Kritikern der Anlage jedoch nicht. Sie forderten lautstark eine umweltverträgliche Energieerzeugung auf dem Gelände der Papierfabrik. Landrat Hans-Joachim Weirather (Freie Wähler) kritisierte, Klärschlamm habe "einen vernachlässigbaren Brennwert". Wenn man ein Heizkraftwerk betreiben wolle, müsse "mit Sicherheit kein Klärschlamm" verbrannt werden.

Gleichzeitig wies der Landrat auf die problematische Rechtslage hin und betonte, dem Landkreis seien bei der Genehmigung die Hände gebunden. Die Fabrik in Ettringen erwirtschaftet mit ihren 540 Mitarbeitern einem Jahresumsatz von 300 Millionen Euro.