Protest

Demonstration in Heiligendamm zum Tschernobyl-Jahrestag geplant

Am Jahrestag der bislang größten Katastrophe in der Geschichte der zivilen Atomenergie-Nutzung, dem 26. April, wollen Anti-Atom-Initiativen zusammen mit G8-Kritikern in Heiligendamm protestieren. Die Initiatoren wenden sich gegen die Atompolitik und das Wachstumsstreben in den G8-Staaten.

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Heiligendamm (ddp/sm) - Anti-Atom-Initiativen wollen zusammen mit G8-Kritikern am 29. April in Heiligendamm protestieren. Anlass ist der Jahrestag der Tschernobyl-Reaktorkatastrophe. Die Demonstration richte sich gegen die Atompolitik und den "unstillbaren Hunger nach Energie" vor allem in den G8-Ländern, teilte die Gipfelsoli-Infogruppe am Mittwoch mit. Durch Streben nach ökonomischem Wachstum würden Umwelt- und Lebensbedingungen zerstört, kritisierten die Organisatoren.

Am 26. April 1986 war es in dem ukrainischen Atomkraftwerk Tschernobyl während eines Probelaufs zum größten anzunehmenden Unfall (GAU) gekommen. Die Explosion setzte 200 Mal mehr Radioaktivität frei als die beiden Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki. 162 000 Quadratkilometer wurden atomar verseucht, 345 000 Menschen in der Ukraine, Weißrussland und Russland mussten umgesiedelt werden, Zehntausende starben in den folgenden Jahrzehnten. Der Unfall gilt als die größte Katastrophe in der Geschichte der zivilen Nutzung der Atomenergie.