Rund 200 Teilnehmer

Demonstration gegen Steinkohlekraftwerk Lubmin

Am Rande eines Neujahrsempfangs von Ministerpräsident Harald Ringstorff (SPD) haben heute in Heringsdorf etwa 200 Menschen gegen den von der Landesregierung unterstützten Bau des Steinkohlekraftwerks in Lubmin protestiert. Darüber hinaus kündigten Bürgerinitiativen den Start einer Volksinitiative an.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Heringsdorf (ddp-nrd/sm) - Bei einer Demonstration forderten Mitglieder und Sympathisanten von Bürgerinitiativen aus Greifswald, Lubmin sowie von den Inseln Usedom und Rügen, auf das Prestigeprojekt zu verzichten.

Das Vorhaben des dänischen Konzerns Dong Energy stoße in der Bevölkerung auf heftige Kritik, sagte Christa Labouvie von der Usedomer Bürgerinitiative. Nach dem Neujahrsempfang der Landesregierung wollten die Kraftwerksgegner dem Regierungschef insgesamt 13.000 Unterschriften überreichen, mit denen Einwohner der Region die Aufgabe des Kraftwerksbaus in Lubmin fordern.

Ringstorff sagte, er bürge dafür, dass der Investor im Rahmen des Genehmigungsprozesses ein faires Verfahren erwarten könne. Dagegen kritisierte der Vorsitzende der Lubminer Bürgerinitiative "Kein Steinkohlekraftwerk Lubmin", Michael Woitacha, bei den bisherigen Anhörungen seien den Kritikern keine fairen Beteiligungsmöglichkeiten eingeräumt worden. Zugleich kündigte Woitacha für Februar den Start einer Volksinitiative an. Die Unterlagen für die landesweite Unterschriftenaktion seien inzwischen zur formellen Prüfung beim Landeswahlleiter eingereicht worden.

Dong Energy will am Industriehafen Lubmin ein Steinkohlekraftwerk mit zwei Blöcken mit jeweils 800 Megawatt Leistung errichten. Das rund zwei Milliarden Euro teure Projekt soll 2012 ans Netz gehen und vorrangig Kohle verstromen, die auf dem Seeweg importiert wird. Umweltschützer und Anwohner fürchten Imageschäden, den Zusammenbruch des Tourismusgewerbes auf Usedom und Rügen sowie negative Umweltauswirkungen für den Greifswalder Bodden.