Mainz und Wiesbaden

Demonstration gegen geplantes Steinkohlekraftwerk

Mit Demonstrationen und einer Kundgebung haben am Samstag nach Polizeiangaben rund 3000 Menschen in Mainz und Wiesbaden gegen den Bau des geplanten Steinkohlekraftwerks protestiert. Dabei forderten Redner die Kraftwerke Mainz Wiesbaden AG (KMW) auf, den Beschluss zum Bau zurückzunehmen.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Mainz/Wiesbaden (ddp-rps/sm) - Die Demonstranten warfen der KMW vor, umweltfreundliche Alternativen zur Kohle nicht ausreichend geprüft zu haben. Am frühen Nachmittag hatten sich die Demonstrationszüge in Mainz und Wiesbaden in Bewegung gesetzt. Nach 45 Minuten trafen die Teilnehmer auf der Theodor-Heuß-Brücke zusammen. Aufgerufen zu der Demonstration hatten die Bürgerinitiative Kohlefreies Mainz (KoMa), die Wiesbadener SPD und die Mainzer Grünen.

Durch die Demonstration kam es in beiden Städten zu kurzfristigen Verkehrsbehinderungen. Von der mehr als einstündigen Sperrung der Rheinbrücke war insbesondere der öffentliche Nahverkehr zwischen Mainz und Wiesbaden betroffen.

Die KMW will das neue Steinkohlekraftwerk in der Ingelheimer Aue im Jahr 2012 in Betrieb nehmen. Es soll zwei bestehende Gaskraftwerke ersetzen. Nach Angaben des Unternehmens ist es derzeit nicht möglich langfristige Lieferverträge für Erdgas abzuschließen. Steinkohle hingegen sei auf dem Weltmarkt ausreichend verfügbar. Die Bürgerinitiative KoMa kritisiert jedoch, dass durch das Kohlekraftwerk die Emissionen des klimaschädlichen Kohlendioxids erheblich steigen würden. Jährlich werde das Kraftwerk 3,6 Millionen Tonnen CO2 ausstoßen.

Der Mainzer Stadtrat hatte dem Bau im Januar mit großer Mehrheit zugestimmt. Die KMW ist eine Tochter der Mainzer Stadtwerke, die im hundertprozentigen Besitz der Stadt Mainz sind.