Mehrere tausend Teilnehmer

Demonstration gegen Atomkraft in Lüneburg

Mehrere tausend Menschen haben am Samstag in Lüneburg friedlich gegen Atomkraft und für erneuerbare Energien demonstriert. Die bundesweite Protestaktion richtete sich gegen das von den Stromkonzernen geforderte Festhalten an der Atomenergie und verlief weitgehend störungsfrei.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Lüneburg (ddp/sm) - Wie ddp-Korrespondent Ekkehard Beisker berichtet, sprachen die Veranstalter von 7000 Teilnehmern, dagegen zählte die Polizei rund 2600 Demonstranten. Die Demonstration verlief weitgehend störungsfrei. Die Polizei war mit einem größeren Aufgebot präsent.

Rund 50 Personen hätten allerdings den friedlichen Charakter der Demonstration genutzt, um Straftaten und Ordnungswidrigkeiten zu begehen, sagte ein Polizeisprecher. Ein mit Beamten besetzter Streifenwagen wurde eingekreist und beschmiert. Aus der Gruppe heraus sei versucht worden, den Demonstrationszug vom vorgegebenen Weg abzubringen. Beim Versuch, eine Absperrung zu durchbrechen, setzte die Polizei Schlagstöcke ein.

Der Protest war nach Angaben der Organisatoren auch ein Signal an die Berliner Verhandlungsrunden von Union und SPD, angesichts unlösbarer Entsorgungsprobleme und ständiger Unfallgefahren endlich auf die Atomkraft zu verzichten. Stattdessen solle auf erneuerbare Energien, Energiesparen und Energieeffizienz gesetzt werden.

Zu der Aktion hatten 40 Organisationen aufgerufen, darunter Anti-Atom-Initiativen, Umweltverbände und Förderer erneuerbarer Energien. Fortgesetzt werden sollen die Proteste beim nächsten Castor-Transport ins atomare Zwischenlager Gorleben, der ab 19. November erwartet wird.

Die Atomexpertin der Umweltorganisation BUND, Renate Backhaus, sagte in Lüneburg, knapp 20 Jahre nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl "scheinen die verheerenden Folgen der Atomkraft keine Rolle mehr zu spielen". Es würden wieder Profitinteressen über die Gesundheitsinteressen der Bevölkerung gestellt.

Stefan Simon von der Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg beklagte, jeder neue Transport in die oberirdische Gorlebener Zwischenlagerhalle zementiere den dortigen Endlagerstandort. Er fügte hinzu: "Wir waren mit dem so genannten Ausstieg der rot-grünen Regierung nicht zufrieden. Aber es kann noch schlimmer kommen, und dagegen müssen wir zusammen kämpfen."