Protest

Demonstranten wollen Kohlekraftwerk in Kiel verhindern

Gegen das geplante Steinkohlekraftwerk in Kiel haben am Samstag mehrere Hundert Menschen protestiert. Das geplante 800-Megawatt-Kohlekraftwerk auf dem Kieler Ostufer stoße pro Jahr rund fünf Millionen Tonnen Kohlendioxid aus, so die Berechnungen der Grünen.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Kiel (ddp/sm) - Nach Angaben der Veranstalter kamen rund 500 Demonstranten dem Aufruf der Bürgerinitiative und der Grünen nach, die Polizei sprach von 350 Teilnehmern. Angesichts des Klimawandels mache es keinen Sinn, auf fossile Energieträger zu setzen, sagte die Vorsitzende des Grünen-Landesverbandes, Marlies Fritzen, auf ddp-Anfrage. Es sei dringend notwendig, alle Kraft auf erneuerbare Energien zu fokussieren.

Im geplanten 800-Megawatt-Kohlekraftwerk auf dem Kieler Ostufer sollen den Angaben zufolge 1,8 Millionen Tonnen Steinkohle pro Jahr verbrannt werden. Das bedeute einen Ausstoß von fünf Millionen Tonnen Kohlendioxid, sagte Fritzen. Das neue Kraftwerk soll ein altes ersetzen, das voraussichtlich 2015 vom Netz geht. Die neue Anlage hätte jedoch "gigantische Ausmaße", sagte Fritzen.

Die Grünen befürworten stattdessen eine dezentrale Wärme- und Stromversorgung auf der Grundlage von Biomasse und Erdgas. Dabei solle nur so viel Energie erzeugt werden, wie in der Region abgerufen werde.