Demonstranten betonieren sich an Gleise - Castor steckt fest

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Der seit drei Tagen rollende Atommülltransport aus dem französischen La Hague steckt derzeit im Bahnhof Dahlenburg (Wendland) fest. Die Ausschreitungen der Demonstranten hatten am gestrigen Abend ihren Höhepunkt erreicht, als sich vier Aktivisten der Umweltschutzorganisation Robin Wood an die Gleise gekettet und einbetoniert hatten. Nach einem mehrstündigen Halt des Castors bei Süschendorf, 25 Kilometer vom Verladebahnhof Dannenberg entfernt, wurde der Zug zum Tanken und aus Sicherheitsgründen zum Bahnhof Dahlenburg zurückgerollt.


Nach mehr als zehn Stunden Zwangsstop kann der Zug noch immer nicht weiterfahren, weil einer der vier Angeketteten bisher nicht von den Gleisen entfernt werden konnte. Aus diesem Grund ist es unwahrscheinlich, dass die sechs Behälter noch heute das niedersächsische Dannenberg erreichen werden. Ursprünglich war geplant, dass der Castor heute morgen in Dannenberg eintrifft, wo er auf Lastwagen umgeladen und ins Zwischenlagern Gorleben gebracht werden sollte. Da die zum Weitertransport nötige Strahlenmessungen etwa zehn Stunden in Anspruch nehmen, fehlt, selbst wenn der Zug heute noch in Dannenberg eintrifft, das Tageslicht für die 20 Kilometer lange Fahrt auf der Straße nach Gorleben.


Seit Montag morgen war es immer wieder zu Ausschreitungen von Atomgegnern gekommen. Nicht nur Robin Wood errichtete Sitzblockaden, auch Greenpeace blockierte eine Brücke und die Initiative "X-tausendmal quer - überall" machte ihre Ankündigung wahr (mehr dazu hier) und ging teilweise auch mit Gewalt gegen den Transport vor. Derzeit halten mehr als 10 000 Atomgegner etwa 30 000 Polizisten in Schach.