Magazinbericht

Dementi: Keine Zwangsumlage für Smart Meter

Eine Zwangsumlage für die Installation von so genannten intelligenten Stromzählern wird es wohl nicht geben. Umweltminister Altmaier bezeichnete einen aktuellen Magazinbericht als "unverantwortlich". Eine Auftragsstudie sei vielmehr zu dem Ergebnis gekommen, dass der Nutzen die Kosten häufig nicht übersteige.

Strompreise© XL_Rebel / fotolia.com

Berlin (dpa/red) - Das Bundesumwelt- und das Wirtschaftsministerium planen in absehbarer Zeit keine Zwangsumlage für die Installation moderner Stromzähler, die so genannten Smart Meter. Das stellten die beiden Ressorts am Sonntag in Berlin klar. Ein entsprechender Medienbericht sei "falsch und unverantwortlich", sagte der amtierende Umweltminister Peter Altmaier (CDU).

Acht Euro Pauschale laut Magazin "Der Spiegel"

"Der Spiegel" berichtet in seiner aktuellen Ausgabe, das Konzept einer Arbeitsgruppe im Wirtschaftsministerium sehe vor, dass jeder Haushalt pro Jahr pauschal acht Euro zahlen soll. Damit solle die Nachrüstung mit sogenannten "Smart Metern" finanziert werden, die Strom aus dem Netz ziehen, wenn dieser besonders günstig ist. Bei Neubauten und Modernisierungen solle die Installation verpflichtend sein, das koste bis zu 72 Euro im Jahr. Insgesamt gehe es um 10,4 Milliarden Euro, die die Bürger bis 2022 aufbringen müssten.

Neue Bundesregierung entscheidet endgültig

Altmaier wies diese Darstellung zurück: "In der Koalitionsvereinbarung gibt es keinerlei Grundlagen für die Einführung einer solchen Zwangsumlage, nicht jetzt und nicht in absehbarer Zeit", sagte er. Auch das Wirtschaftsministerium versicherte, es gebe keine Pläne für eine neue Zwangsumlage. Ein Sprecher fügte allerdings hinzu: "Entscheidungen über die flächendeckende Einführung intelligenter Zähler obliegen der neuen Bundesregierung."

Bislang angeblich keine Beschlüsse gefällt

Das Wirtschaftsressort verwies auf eine Auftragsstudie, die zu dem Ergebnis gekommen sei, dass vor allem bei Stromkunden mit geringem Jahresverbrauch der Nutzen eines solchen Zählers die Kosten nicht übersteigen würde. Aus Ministeriumskreisen hieß es, in der vergangenen Woche habe lediglich eine AG getagt, die sich seit mehreren Monaten mit dem Thema beschäftige. "Es gibt aber kein neues Konzept, Entscheidungen dazu wurden nicht getroffen."

Experten weisen im Zusammenhang mit intelligenten Zählern immer wieder darauf hin, dass es kaum passende Tarife gebe und zudem das Sparpotenzial überschaubar bleibe. Mit dem Wechsel zu einem günstigeren Stromanbieter lasse sich deutlich mehr Geld sparen.

Quelle: DPA