Unklare Lage

Degussa-Aktionäre wegen RAG-Börsenplänen in Sorge

Auf der Hauptversammlung des Spezialchemiekonzerns Degussa mehrten sich die besorgten Äußerungen zu den RAG-Börsenplänen. Insbesondere war den Aktionären unklar, ob Degussa nach einem RAG-Börsengang mit der Muttergesellschaft verschmolzen und als eigenständiger Konzern von der Börse genommen werde.

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Düsseldorf (ddp/sm) - Bei den Aktionären des Spezialchemiekonzerns Degussa sorgen die Börsenpläne der Mehrheitseignerin RAG für große Unsicherheit. Es sei ihnen unklar, ob Degussa nach einem RAG-Börsengang mit der Muttergesellschaft verschmolzen und als eigenständiger Konzern von der Börse genommen werde, sagten die Sprecher der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz und der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger, Thomas Hechtfischer und Hansgeorg Martius, kürzlich auf der Degussa-Hauptversammlung in Düsseldorf. Hechtfischer betonte, eine Verschmelzung sei nicht im Sinne der Degussa-Aktionäre.

Zu solchen Überlegungen hatte sich der Degussa-Vorstandsvorsitzende Utz-Hellmuth Felcht schon bei der Bilanzvorlage im März bedeckt gehalten und auf die RAG verwiesen. Der RAG-Vorstandsvorsitzende Werner Müller, der die Hauptversammlung als Degussa-Aufsichtsratschef leitete, wollte die Fragen der Aktionärsschützer ebenfalls nicht beantworten. Sie könnten nicht Gegenstand dieser Veranstaltung sein, sagte er.

Der Essener Bergbau- und Chemiekonzern RAG hatte Anfang März einen Börsengang für das kommende Jahr in Aussicht gestellt. Die Pläne waren bei den größten RAG-Aktionären E.ON, RWE und ThyssenKrupp allerdings auf Skepsis gestoßen. RAG hält 50,1 Prozent der Degussa-Anteile.