Meldepflichtiges Ereignis

Defektes Steuerteil im AKW Krümmel entdeckt

Bei der Prüfung elektronischer Einrichtungen des Reaktorschutzsystems im weiter stillstehende Atomkraftwerk Krümmel ist ein defektes Steuerteil entdeckt worden. Sowohl das AKW Krümmel als auch der Meiler Brunsbüttel werden frühestens zu Beginn nächsten Jahres wieder angefahren.

Netzausbau© Günter Menzl / Fotolia.com

Geesthacht (ddp-nrd/sm) - Das mehrfach vorhandene Bauteil soll bei einem hohen Füllstand im Reaktordruckbehälter für die automatische Absperrung von Rohrleitungen sorgen, wie Betreiber Vattenfall Europe mitteilte. Das meldepflichtige Ereignis der Kategorie "N" (Normal) sei bereits dem für Reaktoraufsicht zuständigen Kieler Sozialministerium mitgeteilt worden.

Der Atommeiler Krümmel und das ebenfalls von Vattenfall Europe betriebene AKW Brunsbüttel bleiben noch mindestens bis Jahresende abgeschaltet. Die Reaktoraufsicht erwartet nach den Störfällen im Juni und weiteren meldepflichtigen Ereignissen frühestens Anfang 2008 mit abschließenden Ergebnissen.

Durch den Stillstand verschiebt sich der Termin für die endgültige Abschaltung des Reaktors Brunsbüttel von Frühjahr 2009 auf Ende 2009. Auch die Restlaufzeit des Atommeilers Krümmel verzögert sich um mehrere Monate. Krümmel wird voraussichtlich im Jahr 2016 endgültig vom Netz gehen.

Ursprünglich wollte Vattenfall beide AKW bereits im Herbst wieder anfahren. Der Stillstand kostet den Energiekonzern jeden Tag rund eine Million Euro. Krümmel war nach einem Störfall am 28. Juni vom Netz genommen worden, Brunsbüttel nach einer Pannenserie am 18. Juli.