"Flüssige Salze"

DBU fördert Projekt mit neuem Wärmeträger

Man nehme Sonne, Technik und eine gute Prise Salz - heraus kommen kompakte, günstige Solaranlagen, die umweltschonend mehr Wärme erzeugen als herkömmliche. Das jedenfalls ist die Hoffnung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), die deshalb ein entsprechendes Pilotprojekt fördert.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Denzlingen (red) - Die mittelständischen Firma Ionic Liquid Technologies (IoLiTec) aus Denzlingen bei Freiburg nutzt hierfür allerdings kein Speisesalz, sondern so genannte flüssige Salze, in der Fachsprache "ionische Flüssigkeiten". Sie sind bei Raumtemperatur flüssig, leiten und speichern sehr gut Wärme. Diese Eigenschaft will sich das IoLiTec-Team zunutze machen, um mehr Sonnenenergie zu produzieren. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt fördert das Projekt mit rund 120.000 Euro.

Statt Alkohol-Wasser-Gemische, die momentan als Wärmeträger in Solaranlagen verwendet werden, testet IoLiTec erstmals den Einsatz der flüssigen Salze. Welche dafür als umweltverträgliche Wärmeträger und -speicher eingesetzt werden können, untersucht IoLiTec gemeinsam mit der Firma Tyforop Chemie (Hamburg), dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (Freiburg) und dem Zentrum für Umweltforschung und Umwelttechnologie (UFT) der Universität Bremen. "Wir erhoffen uns nicht nur eine höhere Energieausbeute, sondern auch langlebigere, kleinere und insgesamt günstigere Solaranlagen", begründet DBU-Pressesprecher Franz-Georg Elpers die Förderung.

"Die Potenziale flüssiger Salze sind enorm", urteilt Dr. Maximilian Hempel, Experte bei der DBU. "Sie sind langlebig und verdampfen nicht, erzeugen also keine umwelt- und gesundheitsschädlichen Emissionen. Deshalb gelten sie als grüne Lösungsmittel und echte Alternative zu risikoreichen Stoffen wie Azeton oder Benzin." Als synthetische Flüssigkeit können sie außerdem im Labor für einen bestimmten Zweck maßgeschneidert werden - ein Grund, weshalb die flüssigen Salze unter Fachleuten weltweit als Technologie-Plattform der Zukunft gehandelt werden.

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