Daten zur Umwelt 2000: Luft und Wasser sauberer / Nachholbedarf bei Verkehr und Gesundheit

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com
Gemeinsam mit dem Präsidenten des Umweltbundesamtes Prof. Andreas Troge stellte Umweltminister Jürgen Trittin heute in Berlin die siebte Ausgabe der größten Umweltdaten-Sammlung in Deutschland vor. Diese Bilanz zeige nach Einschätzung von Troge ein insgesamt differenziertes Bild der Umweltsituation in Deutschland. So seien Luft und Wasser in den vergangenen Jahren sauberer geworden. Die Entwicklung in anderen Bereichen wie Verkehr, Flächenverbrauch sowie Umwelt und Gesundheit machten jedoch deutlich, dass man insgesamt im Umweltschutz keineswegs die Zügel schleifen lassen dürfe.


Die Klimabilanz, so Trittin, zeige die Erfolge - gerade auch in Deutschland, aber zugleich die enorme Wegstrecke, die zur Bewältigung des weltweiten Treibhauseffektes noch vor der internationalen Staatengemeinschaft liege. "Deutschland steht mit über 15 Prozent Kohlendioxid-Reduzierung seit 1990 zwar weltweit an der Spitze beim Klimaschutz", sagte Trittin. Die Bilanz dürfe aber keineswegs als Ruhekissen verstanden werden - vor allem auch angesichts eines leichten Anstiegs der Kohlendioxid-Emissionen in Deutschland im vergangenen Jahr sowie der kürzlich veröffentlichten Einschätzung der weltweit dramatischen Folgen des Klimawandels durch die Vereinten Nationen. "Klimaschutz ist eine Jahrhundert-Aufgabe, für deren Lösung die reichen Industriestaaten in erster Linie Verantwortung übernehmen müssen. Wir dürfen hier nicht nachlassen. Deshalb kommt es jetzt darauf an, das Klimaschutzprogramm der Bundesregierung konsequent umzusetzen, um die nationalen und internationalen Verpflichtungen zu erfüllen", sagte der Minister weiter.


Trittin warnte vor allem, die positiven Effekte der eingeleiteten Energiewende durch verstärkte Nutzung der Kohlendioxid-intensiven Energieträger Braun- und Steinkohle in abgeschriebenen Kraftwerken zunichte zu machen und forderte, die von den Energieversorgungsunternehmen angekündigte Modernisierung zügig umzusetzen. Wichtig sei weiterhin neben dem Einsatz rationeller und sparsamer Energietechniken vor allem der Ausbau der erneuerbaren Energien. Mit über 6000 Megawatt installierter Leistung Ende 2000 sei Deutschland Windkraft-Weltmeister. Um die vergleichbaren Potentiale der Biomasse zu nutzen, sei nunmehr eine zügige Verabschiedung der Biomasseverordnung notwendig. Auch in den privaten Haushalten und im Verkehr sei wie in der Wirtschaft die praktische Umsetzung von Klimaschutzmassnahmen dringlich. Daher begrüße er den zügigen Start des von der Bundesregierung initiierten Sanierungsprogramms für den Gebäudebestand. Dies müsse nun durch die geplante Energie-Einsparverordnung flankiert werden.


Von der Opposition hagelte es schon kurz nach Veröffentlichung der Daten Kritik. CDU-Generalsekretär Laurenz Meyer beispielsweise forderte einen Nachweis, wie ein Ausstieg aus der Kernenergie klimaverträglich zu bewältigen sei. Seiner Meinung nach könne seine Partei im Gegensatz zur Bundesregierung als Einzige in Deutschland ein umfassendes Energieprogramm vorweisen. Der Naturschutzbund NABU hat die Bundesregierung aufgefordert, die richtigen Konsequenzen aus den heute vorgestellten Daten zu ziehen. Insbesondere der im letzten Jahr angestiegene Kohlendioxid-Ausstoß sei als Warnung zu verstehen, endlich mit dem nationalen Klimaschutz ernst zu machen. "Die Salamitaktik, mit der vor allem Wirtschaftsminister Müller eine ökologische Wende in der Energiepolitik blockiert, hat spätestens heute ihre negative Quittung erhalten", sagte NABU-Präsident Jochen Flasbarth. Neben der raschen Verständigung auf eine Quote für Strom aus Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) sei auch der Verzicht auf weitere Braunkohlekraftwerke zwingend erforderlich.


Die "Daten zur Umwelt 2000" informieren auf etwa 380 Seiten sowie einer CD-ROM mit vielen zusätzlichen Informationen über den Zustand der Umwelt in Deutschland. Der Bericht ist auch komplett als CD-ROM erhältlich. Die Daten stammen aus verschiedenen Bundes- und Landesbehörden. Die aktuelle Ausgabe ist durch ein modernes Design mit farbig abgesetzten Themenblöcken übersichtlicher gestaltet als ihre Vorgänger. Neu ist auch, dass es neben Daten und Zahlenreihen in einigen Bereichen auch Bewertungen und Prognosen gibt. Der Band ist im Erich-Schmidt-Verlag erschienen und im Buchhandel als Buch plus ergänzender CD-ROM (ISBN 3-503-05973-3) zum Preis von 86 DM oder komplett als CD-ROM (ISBN 3-503-05974-1) zum Preis von 68 DM erhältlich. Ab März 2001 wird der Datenband auch im Internet unter www.umweltbundesamt.de zur Verfügung stehen.