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Das Gebäude als Energiesystem: Dem Wärmeverlust an den Kragen

Im Februar 2002 tritt die neue Energieeinsparverordnung in Kraft. Ab dann gilt der Niedgigenergiehausstandard, so dass auch in Altbauten der Energieverbrauch gesenkt werden muss. Wichtige Informationen dazu gibt die Energieagentur NRW.

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Jetzt ist es amtlich: Das nächste Jahr bringt nicht nur den Euro, sondern auch die neue Energieeinsparverordnung (EnEV). Zwei Jahre hat es gedauert, bis alle Instanzen zugestimmt haben. Am 1. Februar 2002 tritt die EnEV in Kraft.

Insbesondere ältere Gebäude haben Schwachstellen. Zum Beispiel bedeuten fehlende Isolation vor Heizkörpernischen oder mangelnde Dachisolationen einen beachtlichen Wärmeverlust. Die Folge: Durch den erhöhten Energieverbrauch steigen nicht nur die Nebenkosten, sondern durch eine höhere Kohlendioxid-Emission auch die Umweltbelastungen. Ab Februar 2002 soll es den Schwachstellen der Gebäude an den Kragen gehen. Der Gesetzgeber hat in der EnEV die alte Wärmeschutzverordnung und die Heizungsanlagenverordnung zusammengefasst. Im Gebäudebestand werden Nachrüstpflichten für die Wärmedämmung vorgeschrieben. Zukünftig müssen auch Sanierungen Möglichkeiten zur Reduzierung des Energieverbrauchs berücksichtigen. Für Neubauten bedeutet die EnEV: das Niedrigenergiehaus wird Standard.

"Der Energiebedarf in Neubauten, die nach den Richtlinien der Energieeinsparverordung gebaut werden, liegt bis zu 30 Prozent unter dem Energiebedarf von Häusern, die lediglich die Vorgaben der Wärmeschutzverordnung erfüllen", erklärt Dr. Norbert Hüttenhölscher, Leiter der Energieagentur NRW. Eingeführt wird durch die EnEV auch der Energiebedarfsausweis für Neubauten sowie für Altbauten, die nach dem 1. Februar 2002 umfassend saniert werden. Das Dokument soll zuverlässig den Energiebedarf des Hauses angeben. "Der Energiebedarfsausweis gehört zukünftig zu einem Gebäude, wie ein Fahrzeugbrief zu einem Auto", so Dr. Norbert Hüttenhölscher. Die angestrebte Beurteilung eines Hauses als Energiesystem stellt künftig vor allem an Bauherren, Architekten, Fachplaner, Energieberater, Bau- und Planungsämter sowie Wohnungsbaugesellschaften neue Anforderungen. Vor diesem Hintergrund hat das Impuls-Programm "Bau und Energie" der Energieagentur NRW ein Seminar entwickelt, das an Beispielen über die Inhalte der neuen Verordnung informiert. Weitere Informationen unter http://www.ea-nrw.de.