Minusrekord

Das alljährliche Wasser-Tal an Weihnachten

Maximalwerte beim Stromverbrauch kennt man: Gänsebratenspitzen, Pullerpeaks (bei Fußball-Events etwa) oder der britische Tea-Cooking-Peak, hervorgerufen durch die Fernsehübertragung der royalen Hochzeit in Großbritannien. Umgekehrt verhält es sich zu Weihnachten und Neujahr jedoch beim Wasserverbrauch.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Hannover (red) - Die Stadtwerke Hannover zumindest verzeichnen nach eigenen Angaben Jahr für Jahr ein "Wasser-Tal". Jeweils am ersten Weihnachtsfeiertag oder an Neujahr ereignen sich alljährlich die Minusrekorde zur Wasserabgabe im enercity-Trinkwassernetz. Der bisher verzeichnete historische Tiefststand ereignete sich am 1. Januar 2009. Ebenso in den Jahren 2004, 2005 und 2010 wurde an Neujahr der niedrigste Wasserverbrauch des Jahres gemessen. In den Jahren 2003, 2006, 2007 und 2008 wurde dieser Tiefpunkt am ersten Weihnachtsfeiertag erreicht.

Der erste Weihnachtsfeiertag und der Neujahrstag weisen demnach seit Jahrzehnten zuverlässig den absoluten Jahrestiefstand auf (derzeit knapp unter 90.000 Kubikmeter Tagesnetzeinspeisung). Der Verbrauch insgesamt ist um gut 20 Prozent geringer als an normalen Sonn- oder Feiertagen (derzeit gut 110.000 Kubikmeter pro Tag).

Morgens wird kaum noch geduscht

Das weihnachtliche Innehalten und das flächendeckende kollektive Silvesterfeiern zum Jahresende bzw. -wechsel führen dazu, dass die übliche Morgenspitze beim Wasserverbrauch gänzlich fehlt. Am Neujahrsmorgen gegen 6.00 Uhr geht die Wasserabgabe etwas verzögert (gut zwei Stunden später als an normalen Sonntagen oder Feiertagen) auf ihren Jahrestiefststand zurück und erst am Vormittag steigt sie wieder an.

Ein weiterer auffälliger Effekt der Weihnachtsfeiertage (wie an anderen Feiertagen auch) ist der Wegfall der alltäglichen Strom-Morgenspitze, die sonst durch den Alltagsverbrauch von Industrie und Haushalten bedingt ist. Diese Verbrauchsmengen verschieben sich (auch individuell unterschiedlich) in Richtung Mittag. Und auch das Niveau des Stromverbrauchs erreicht zum Jahresende immer ein unterdurchschnittliches Maß. Während der arbeitsfreien Tage um die Weihnachtsfeiertage herum ist regelmäßig ein etwas gesenkter Stromlastgang im Netzgebiet zu verzeichnen, da viele Produktions-/Gewerbebetriebe geschlossen und viele Menschen verreist sind.