Fatal

Das AKW Fukushima war tiefergelegt worden

Beim Bau des Atomkraftwerks Fukushima-Daiichi in den 1960er Jahren hat die Betreiberfirma Tepco offenbar rund 25 Meter der Steilküste abtragen lassen. Erst damit sei das Kraftwerk dem Tsunami ausgesetzt gewesen, berichtet die Zeitung "The Japan Times" am Mittwoch. Unterdessen verkündet Japan einen Atomausstieg auf Raten.

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Berlin (dapd/red) - "Wenn ich mir die Lage jetzt ansehe, meine ich, dass es falsch war, so viel vom Hügel abzutragen", wird ein ehemaliger Tepco-Angestellter zitiert. Das Gelände sei planiert worden, um die Betriebskosten für die Pumpen niedrig zu halten, die das Kühlwasser in die Reaktoren befördern, schreibt die Zeitung. Das Atomkraftwerk Fukushima wurde am 11. März von rund 14 Meter hohen Tsunami-Wellen zerstört.

Auch Japan will weg von der Atomkraft

Zudem wurde am Mittwoch bekannt, dass die japanische Regierung offenbar eine Kehrtwende in ihrer Atompolitik plant. Medienberichten zufolge will Premierminister Naoto Kan schrittweise aus der Atomkraft aussteigen, anstatt deren Anteil an der Energieversorung - wie zunächst geplant - auf über 50 Prozent auszuweiten. Einen konkreten Zeitplan gibt es den Angaben zufolge noch nicht. Derzeit bezieht Japan rund 30 Prozent seiner Energie aus Atomkraft.

Günstige Entwicklung für die Kanzlerin

Diese Ankündigung der Japaner dürfte auch Kanzlerin Merkel in die Karten spielen, die sich für ihren in konservativen Kreisen als panisch und übereilt bezeichneten Atomausstieg nach der Fukushima Katastrophe immer wieder rechtfertigen musste. Sinngemäß hieß es: Wenn nicht einmal die so massiv betroffenen Japaner ihre Atompolitik ändern, warum sollte Deutschland es tun? Dieses Argument verfängt nun nicht mehr.