Nach nur 18 Monaten

Dampfkraftwerk in Burghausen läuft

Fortum-Kraftwerk für Wacker-Chemie in Betrieb gegangen: 970 Millionen Kilowattstunden Strom und zwei Milliarden Kilowattstunden Dampf.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Im August 1999 wurden die Verträge unterzeichnet, im Juni 2000 folgte das Richtfest, nun ist die Anlage in Betrieb gegangen - und das weit vor dem geplanten Termin: Die Fortum Kraftwerk Burghausen GmbH (FKB), ein Unternehmen des finnischen Energiekonzerns Fortum, hat das Dampfkraftwerk für die Wacker-Chemie GmbH im Werk Burghausen (Bayern) fertig gestellt. Die Anlage mit einem Investitionsvolumen von rund 160 Millionen Mark erzeugt nun jährlich etwa 970 Millionen Kilowattstunden Strom und zwei Milliarden Kilowattstunden Dampf.

"Dank des enormen Engagements der beteiligten Projektteams von Wacker-Chemie und Fortum war es uns möglich, bereits 18 Monate nach Erhalt der Genehmigung durch die Regierung von Oberbayern die ersten Dampfmengen an Wacker zu liefern," betont der verantwortliche Fortum-Projektleiter und Geschäftsführer der Fortum Kraftwerk Burghausen GmbH Dr. Günter Schneider: "Damit haben wir eine neue Bestmarke gesetzt für den Bau eines Gasturbinenkraftwerks dieser Größenordnung. Und das trotz der schwierigen Umstände, da wir auf engstem Raum bei gleichzeitiger Verknüpfung mit einem bestehenden und in Betrieb befindlichen Kraftwerk arbeiten mussten. Besonders hervorzuheben ist auch, dass es gelungen ist, sämtliche Inbetriebnahmearbeiten durchzuführen, ohne auch nur ein einziges Mal die Dampfversorgung am Standort zu unterbrechen", so Schneider.

In Burghausen befindet sich der bedeutendste Produktionsstandort der Wacker-Chemie und zugleich der größte Chemiestandort Bayerns. Im Werk Burghausen werden mit 150 Produktionsbetrieben und rund 11.000 Mitarbeitern Produkte wie Reinstsilicium, Silicone, Feinchemikalien und Vinylpolymere hergestellt. Dafür ist viel Energie erforderlich: Da das vorhandene Dampfkraftwerk den Bedürfnissen nicht mehr gerecht wurde, entschied sich Wacker für eine Umrüstung und wählte Fortum als Partner.

Fortum hat das bestehende Wacker-Kraftwerk auf hochmoderne Gasturbinen-Technologie umgerüstet und damit auf den neuesten Stand der Technik gebracht. Zu diesem Zweck wurden eine Gasturbine mit einer elektrischen Leistung von 120 MW sowie ein Abhitzekessel installiert. Die neue Anlage wurde direkt neben dem bestehenden Dampfkraftwerk errichtet und arbeitet nun gemeinsam mit diesem als wärmegeführte Kraft-Wärme-Kopplungsanlage (KWK-Anlage). Zudem wurden Dampfspeicher installiert, um eine möglichst hohe Verfügbarkeit von Prozessdampf zu gewährleisten.

Betreiberin und Eigentümerin des neuen Kraftwerks ist die Fortum Kraftwerk Burghausen GmbH. Die zusätzliche Stromerzeugung deckt gemeinsam mit den bestehenden wackereigenen Stromerzeugungsanlagen den Gesamtbedarf des Standortes Burghausen. Die optimale energetische Nutzung des eingesetzten Erdgases zur gleichzeitigen Erzeugung von Strom und Wärme führt zu einer Kohlendioxid-Einsparung von circa 500.000 Tonnen pro Jahr, die Stickstoff-Emissionen verringern sich um rund 450 Tonnen jährlich.