Ruf nach Staatshilfen

Daimler plant vier verschiedene Elektroautos

Daimler will demnächst vier Elektromodelle auf dem Markt einführen. Das Unternehmen werde die A-Klasse, den Smart, den Vito und die B-Klasse F-Cell "zeitnah" in die Preislisten aufnehmen und sie zum Kauf anbieten. Der Kunde soll in Kürze Elektroautos "ganz normal" kaufen können, hieß es.

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Berlin (dapd/red) - Das sagte Entwicklungsvorstand Thomas Weber am Dienstag dem Berliner Online-Portal Autogazette.de. Zu Preisen wollte er sich aber nicht äußern. Gleichzeitig forderte der Präsident des Verbands der Automobilindustrie (VDA), Matthias Wissmann, finanzielle und steuerliche Hilfen für Elektroautos.

Weber sagte weiter, dass Daimler bei der Entwicklung langsamer sei als die französische und japanische Konkurrenz, die derzeit die ersten Elektroautos in Serie anbietet, sehe er so nicht. "Mich ärgert diese Interpretation. Wer hat denn derzeit vier Serienfahrzeuge im Markt? Das sind wir", sagte Weber. "Es gibt derzeit eine Menge Elektroautos, die angekündigt werden, doch ich sehe sie nirgends." Toyotas Hybrid-Miodell Prius war allerdings 2010 sogar das meistverkaufte Modell in Japan. Weber sagte weiter, die vier Daimler-Modelle seien bereits mit Leasing-Angeboten im Markt und nicht allein mit Flottenversuchen und würden nun auch zum Kauf angeboten.

Wissmann sagte weiter: "Finanzielle und steuerliche Impulse, verkehrsrechtliche Anreize und infrastrukturelle Anpassungen müssen zu einem Elektromobilitätspaket zusammengefügt werden", erklärte Wissmann am Dienstag in Berlin nach einer Tagung des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) und des Deutschen Verkehrsforums. Bislang lehnt die Bundesregierung Kaufprämien oder Steuervorteile komplett ab. In Frankreich hingegen wird der Kauf eines Elektroautos mit einer Kaufprämie vom Staat kräftig gefördert.

Wissmann sagte weiter, Politik, Wirtschaft und Wissenschaft müssten jetzt die Voraussetzungen schaffen, damit Deutschland zum Leitanbieter für Elektromobilität werde. "Wir brauchen eine integrierte Zell- und Batteriesystem-Produktion in Deutschland." Hochschulen und Forschungsinstitute müssten gefördert werden. Das betreffe die Schnittstellen zur Automobilindustrie ebenso wie die Elektrochemie und den Maschinenbau. Und schließlich werde Elektromobilität die Nachfrage nach Rohstoffen steigen lassen. Auch in Zukunft sei der sichere Zugang zu Rohstoffen wie Kobalt oder Neodym fundamental. Der nächste Bericht der Nationalen Plattform Elektromobilität, eines losen Zusammenschlusses von Regierung und Industrie, werde im Frühjahr erwartet.