Konzern-News

Daimler kehrt Stromanbieter EnBW den Rücken

Der drittgrößte deutsche Energiekonzern EnBW rechnet in diesem Jahr unter anderem wegen der veränderten politischen Rahmenbedingungen mit weniger Gewinn und hat deshalb ein Sparprogramm aufgelegt. Schlagzeilen machte indes ein prominenter Ex-Kunde: Daimler hat die EnBW verlassen.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Karlsruhe/Stuttgart (dapd/red) - Dass Daimler nicht mehr Kunde des Energiekonzerns EnBW ist, bestätigte eine Sprecherin des Autoherstellers am Dienstag auf dapd-Anfrage. Der Vertrag mit EnBW sei Ende 2010 ausgelaufen. Neuer Stromlieferant ist laut der Sprecherin die Enovos Energie Deutschland GmbH. Details zu den Gründen für den Wechsel wollte sie nicht nennen.

Einer der größten Kunden geht

Die "Stuttgarter Nachrichten" (Dienstagausgabe) hatten berichtet, EnBW liefere seit Jahresbeginn keinen Strom mehr an Daimler, da sich das Unternehmen für die kommenden zwei Jahre für einen anderen Lieferanten entschieden habe. Der Stromanbieter verliere damit kurz nach dem geplanten Einstieg des Landes Baden-Württemberg einen seiner größten Kunden, hieß es. EnBW war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Die EnBW werde auch in Zukunft weiter wachsen, aber nicht mehr auf dem Niveau, das man noch vor einem Jahr erwartet habe, sagte Vorstandschef Hans-Peter Villis am Dienstag in Karlsruhe. Ein Grund dafür seien die veränderten politischen Rahmenbedingungen.

EnBW rechnet mit hohen Mehrbelastungen

Allein aus der Kernbrennstoffsteuer würden sich sechs Jahre lang Zahlungsverpflichtungen von durchschnittlich 440 Millionen Euro jährlich ergeben. Zudem müsse der Energieversorger ab diesem Jahr auf Neumengen, die sich aus der Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke ergeben, Vorauszahlungen in einen Fonds für erneuerbare Energien leisten. Signifikante Zusatzbelastungen für den Stromanbieter seien ab 2013 auch durch die CO2-Zertifikate zu erwarten.