Biomasse-Nutzung

CSU-Generalsekretärin nennt Atomausstieg "unmoralisch"

CSU-Generalsekretärin Christine Haderthauer verschärft ihre Kritik am Atomausstieg. Dieser sei "nicht nur ökologisch und ökonomisch falsch, sondern auch unmoralisch". Der Anstieg der Nahrungsmittelpreise auf dem Weltmarkt zeige, dass der Einsatz nachwachsender Rohstoffe zur Energieerzeugung Grenzen haben müsse.

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München (ddp-bay/sm) - Haderthauer betonte, der Biomasse-Boom schaffe vor allem für die Entwicklungs- und Schwellenländer erhebliche Probleme. Sie mahnte: "Es wäre ethisch nicht zu verantworten, wenn wir durch den Ausstieg aus der Kernenergie in die Situation geraten, unseren Energiebedarf teilweise durch Nahrungsmittel zu decken." Für die CSU sei klar: "Erst den Teller füllen, dann den Tank!"

Es müsse deshalb eine Begrenzung des Anteils der Biomasse am Gesamtenergiebedarf geprüft werden. Durch Änderungen bei der Agrarförderung und Quoten für den Import von Biokraftstoff ließe sich eine entsprechende Lenkungswirkung erzielen. Haderthauer betonte: "Wir müssen dem Trend, statt Nahrungsmitteln Energiepflanzen anzubauen, vor allem in den Entwicklungsländern entgegenwirken." Außerdem müsse die Energieerzeugung aus Biomasse viel stärker als bisher auf Reststoffe und Abfallprodukte aus der Industrie sowie auf Gülle ausgerichtet werden.

Bayern fördere deshalb seit langem die Forschung auf dem Gebiet der nachwachsenden Rohstoffe und liege hier bundesweit an der Spitze. Haderthauer fügte hinzu: "Spätestens jetzt muss aber jedem klarwerden: Die Kernenergie lässt sich nicht so leicht ersetzen, wie uns das die Grünen weismachen wollen." Weder mit regenerativen Energien noch mit Kohle, Öl oder Gas lasse sich die Energieerzeugung in Deutschland CO2-freundlich sicherstellen.

Die CSU-Generalsekretärin kritisierte: "Der Atomausstieg hat Energie in Deutschland für die Unternehmen genau so wie für die Privathaushalte bereits jetzt dramatisch verteuert." Auch die Klimaschutzziele ließen sich nur mit der Kernenergie erreichen. Haderthauer betonte: "Eine Verlängerung der Laufzeit der bestehenden Kernkraftwerke um acht Jahre würde eine Milliarde Tonnen CO2 einsparen. Diesen Argumenten dürfen sich auch die SPD und die Grünen nicht länger verschließen."