NAP II

Concord Power sieht Kraftwerksprojekte in Lubmin in Gefahr

Der Bau von zwei geplanten Gaskraftwerken bei Lubmin gerät nach Angaben ihres Betreibers Concord Power durch neue Pläne der Bundesregierung in Gefahr. Hintergrund sei die geplante ungleiche Zuteilung von Kohlendioxid-Zertifikaten für Kohle- sowie Gas- und Dampfkraftwerke.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Lubmin (ddp-nrd/sm) - Das sagte Projektmanager Christian Appel heute in Hamburg. So sollten den Plänen zufolge Gaskraftwerke mit deutlich geringeren Betriebsstunden eingestuft werden, weil sie angeblich vorrangig zur Deckung von Spitzenlasten eingesetzt würden.

Tatsächlich aber arbeiteten moderne Gaskraftwerke hocheffizient und seien somit auch für die Grundlast konzipiert, sagte Appel. Die Benachteiligung würde bedeuten, dass der Betreiber eines modernen Gas- und Dampfkraftwerkes mit einer Leistung von 1200 Megawatt jährlich für etwa 40 Millionen Euro Kohlendioxid-Zertifikate erwerben müsste, während die Kohlekraftwerksbetreiber für die Vollauslastung ihrer Anlagen nicht oder erheblich weniger bezahlen müssten.

Concord Power hat sich heute in Düsseldorf gemeinsam mit drei weiteren Energieunternehmen in einer gemeinsamen Erklärung gegen den neuen Nationalen Allokationsplan II der Bundesregierung ausgeprochen. Nach Angaben der in der Arbeitsgemeinschaft "Neue Energien für Deutschland" vereinten Unternehmen stehen mit der Verordnung Kraftwerksinvestitionen in Höhe von zehn Milliarden Euro auf dem Spiel.

Concord Power will am Greifswalder Bodden zwei Gas- und Dampfturbinenkraftwerke mit einer Gesamtkapazität von 2500 Megawatt errichten lassen, die 2008 und 2010 in Betrieb gehen.