Plädoyer

CO2-Ziele der EU durch Erneuerbare Energien erreichbar?

Nach Ansicht von Branchenvertretern werden durch Erneuerbare Energien auch höhere Kohlendioxid-Minderungsziele erreicht. Zudem würden sie die Industrie beim Emissionshandel stark entlasten und eine Kostenexplosion vermeiden. Darauf weist die Informationskampagne Erneuerbare Energien hin.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Berlin (red) - Erneuerbare Energien werden nach Angaben der Informationskampagne alleine im Strombereich bis 2012 zusätzlich 30 Millionen Tonnen Kohlendioxid (CO2) pro Jahr einsparen. Das sei mehr als die von der Bundesregierung für den Emissionshandel vorgesehene Minderungsmenge. Bereits heute führe der jährliche Ausbau Erneuerbarer Energien den Angaben zufloge dazu, dass die zum Emissionshandel verpflichteten Unternehmen über mehr Emissionsrechte verfügen, als sie benötigen. Auch die jetzt von der Europäischen Kommission geforderte Verschärfung der Emissionsvorgaben könnte komplett durch Erneuerbare Energien erfüllt werden. Hierzu müssten Erneuerbare Energien neben dem Strombereich auch stärker in der Wärme- und Kraftstofferzeugung eingesetzt werden.

Milan Nitzschke, Geschäftsführer des Bundesverbandes Erneuerbare Energie (BEE): "Der Ausbau Erneuerbarer Energien in Deutschland deckt jedes Klimaziel, das aktuell in der Debatte ist. Befürchtungen vor einer Belastung der am Emissionshandel beteiligten Unternehmen entbehren damit jeder Grundlage." Die Verschärfung der CO2-Minderungsziele für den Emissionshandel in Deutschland hat für Aufregung gesorgt. So ließ das Bundeswirtschaftsministerium verlauten, die europäischen Emissionsminderungsforderungen würden zu einer drastische Erhöhung der Strompreise mit einer Kostenbelastung der Verbraucher von 10 Milliarden Euro pro Jahr führen. Zum Emissionshandel verpflichtete Unternehmen wie RWE erklären sogar, sie sähen ihre Investitionen in neue Kraftwerke gefährdet.

"Die deutsche Industrie wird durch die Erneuerbaren Energien im Emissionshandel um Milliarden Euro entlastet", sagt Norbert Kortlüke von der Unternehmensberatung Emissionshandel. Während die Reduktionsvorgabe für den Zeitraum 2005 bis 2007 im Emissionshandel zwei Millionen Tonnen CO2 pro Jahr beträgt, werde der Ausbau der Erneuerbaren Energien im gleichen Zeitraum bis zu 16 Millionen Tonnen pro Jahr einsparen. Bei allen Berechnungen sei bereits berücksichtigt, dass Erneuerbare Energien auch den per Gesetz vorgeschriebenen Atomausstieg auffangen müssen.

Zusätzliche Emissionsminderungseffekte ergeben sich außerdem durch die Vermeidung weiterer Klimagase beispielsweise von Methan durch die kontrollierte Nutzung von Biogas. Markus Ott vom Fachverband Biogas: "Biogas kann Strom, Wärme und Kraftstoffe erzeugen. Gleichzeitig werden CO2- und Methanemissionen vermieden und klimaschädigende Düngemittel gespart. Der Klimaschutzbeitrag von Biogas macht heute schon 6 Millionen Tonnen pro Jahr aus und wird auf das Zehnfache steigen."

Von der Bundesregierung erwartet die Branche der Erneuerbaren Energien jetzt unter anderem die schnelle Umsetzung eines Wärmegesetzes für Solarwärme, Erdwärme und Bioenergie. Damit könne die von der EU-Kommission geforderte Verschärfung des Emissionshandels komplett abgefangen und gleichzeitig mehrere Milliarden Euro gespart werden. Zudem müsse zukünftig verhindert werden, dass durch den Emissionshandel Milliarden an Mitnahmeeffekten erzeugt werden, obwohl die Einsparungen durch die Erneuerbaren Energien erfolgen.

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