20 Prozent teurer

Claassen warnt vor hohen Strompreisen durch Atomausstieg (Upd.)

Der scheidende EnBW-Chef Utz Claassen rechnet beim Atomausstieg mit kräftigen Strompreiserhöhungen. Es sei denkbar, dass die Kosten der Stromerzeugung mit dem Abschalten der Kernenergie um 20 Prozent oder mehr steigen könnten, sagte er der "Bild"-Zeitung.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Hamburg (ddp/sm) - Der Manager appellierte an die Bundesregierung, den geplanten Atomausstieg rückgängig zu machen. "Wenn wir uns wirklich für den Klimaschutz einsetzen wollen, dann können wir die Laufzeit-Verlängerung der Kraftwerke nicht ausblenden. Allein die deutschen Kernkraftwerke helfen, pro Jahr 160 Millionen Tonnen CO2 zu vermeiden", sagte Claassen. Es sei nicht nachvollziehbar, dass sich Deutschland hier einen Sonderweg leiste.

Aussagen des E.ON-Vorstandsvorsitzenden Wulf Bernotat, Strom sei zu billig, wies Claassen zurück. Eine solche pauschale Äußerung sei marktwirtschaftlich betrachtet unglücklich und unter sozialen Aspekten nicht akzeptabel. "Entscheidend ist: Der Markt macht den Preis", sagte Claassen. Aus dieser Sicht könne Strom weder zu billig noch zu teuer sein.

In der N24-Sendung "Studio Friedman" am Donnerstag wies Claassen den Vorwurf der Preistreiberei zurück: "Die Strompreise sind nicht so hoch, weil wir hohe Gewinne machen". Die Stromsteuer und andere Abgaben hätten sich seit 1998 mehr als verfünffacht. "Der Eindruck, wir würden zu viel verdienen, ist per se schon einmal falsch", betonte der Energiemanager in der Sendung.