"Vorwürfe erreichen Schmerzgrenze"

Claassen: Staat ist eigentlicher Preistreiber

Der Chef des viertgrößten deutschen Stromkonzerns Energie Baden-Württemberg (EnBW), Utz Claassen, sieht im Staat den eigentlichen Preistreiber beim Strom. Ohne staatliche Abgaben wären die Nettopreise für die Verbraucher heute niedriger als 1998, dem Jahr der Liberalisierung des Strommarktes, sagte er.

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Düsseldorf (ddp/sm) - Gegenüber der in Düsseldorf erscheinenden "Westdeutschen Zeitung" kritisierte Claassen die Politik für ihr Verhalten nach dem Stromausfall vom vergangenen Wochenende: "Die Vorwürfe der Politiker sind teilweise an der Schmerzgrenze." Über das Verhältnis zu seinem Freund, Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD), sagte Claassen: "Unsere Freundschaft wird in letzter Zeit auf eine harte Probe gestellt." Er würde sich "generell wünschen, dass Politiker auch öffentlich die Positionen vertreten, die sie hinter verschlossenen Türen für vernünftig erachten", fügte Claassen hinzu.