Interview

Claassen: Geld für längere Laufzeiten der KKW

Utz Claassen,Vorstandsvorsitzender des drittgrößten deutschen Stromkonzerns EnBW, bietet der Politik Geld für eine Verlängerung der Laufzeiten für Kernkraftwerke an. Gleichzeitig fordert er eine zügigere Klärung der Frage des zukünftigen Energiemixes und des Atomausstiegs.

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Düsseldorf (red) - Er könne sich vorstellen, einen Teil der Summe, die die Energiewirtschaft bei einer Verlängerung der Laufzeiten kurzfristig an Ersatzinvestitionsmitteln nicht ausgeben müsste, in die Erforschung von Energiespeichertechniken zu stecken, sagte er der in Düsseldorf erscheinenden Rheinischen Post. "Vereinfacht gesagt, müssen wir die Sonnenenergie in der Sahara und Kalahari erzeugen und in New York, Tokio oder bei uns verbrauchen können. Das wäre eine globale regenerative Energiewirtschaft", sagte Claassen der Zeitung.

Die Frage des Energiemix sieht der EnBW-Chef als drängend an. Es sei sehr problematisch, dass sie erst beim nächsten Energiegipfel in einem halben Jahr besprochen werden solle. Claassen: " In einem halben Jahr wachsen die Volkswirtschaften Indiens und Chinas um vier bis sechs Prozent, und wir brauchen ein halbes Jahr, um beim nächsten Energiegipfel dann auch schwierige Themen wie den Ausstieg aus der Kernenergie zu diskutieren."

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