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CIM-Experten fördern erneuerbare Energien im Ausland

Auf der renewables 2004 werden auch Experten des CIM zu Wort kommen, die in längerfristigen Auslandseinsätzen Erfahrungen gesammelt haben. Derzeit werden beispielsweise in China, Marokko und im Jemen Projekte gefördert, die den Strombedarf vor Ort mittels erneuerbarer Energien sichern sollen.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Frankfurt/Main (red) - Anfang Juni tagen in Bonn Minister und Experten auf der "renewables 2004", jeder mit eigener Agenda: China beispielsweise will seinen sprunghaft wachsenden Energiebedarf umweltschonend decken. Marokko ringt darum, die abgelegenen Landstriche mit Strom zu versorgen, ebenso der Jemen. In all diesen Fällen helfen Fachkräfte des Centrums für internationale Migration und Entwicklung (CIM) bei der Entwicklung von Lösungen mithilfe erneuerbarer Energien.

Peking bekomt Biomasse-Kompetenzzentrum

In Peking etwa sind gleich zwei Experten des CIM am Institute of Process Engineering (IPE) angestellt, Dr. Mirko Barz und Martin Dilger. Barz ist seit zwei Jahren dort. Er kümmert sich um die Kooperation mit europäischen Instituten und Unternehmen der Umwelttechnik. Dilger baut am IPE ein Biomasse-Kompetenzzentrum auf. Im Lauf dieses Jahres sollen drei weitere CIM-Fachkräfte ihre Stellen in chinesischen Schlüsselinstitutionen antreten - alle als Berater für Biogas. Chinas Regierungschef Wen Jiabao hat beim Besuch eines bayrischen Biogas-Bauernhofs deutlich gemacht, dass diese Technologie auch als Einkommensquelle für chinesische Bauern interessant sein könnte.

Marokko setzt auf Prepaid-Karten

Ganz praxisnah arbeitet Bernhard Brand in Marokko: Der 29-jährige Physiker ist von CIM an den Solaranlagenbauer Afrisol vermittelt worden, um das Pilotprojekt "Sun-Box" zu betreuen. 400 Haushalte testen das System aus Solarmodulen und einer Kunststoffbox, das vier Lampen und einen Fernseher mit Strom versorgt. Bezahlt wird die Anlage mit Prepaid-Karten, aufladbar beim lokalen Afrisol-Vertreter.

Jemen: Überfordertes Stromnetz entlasten

Im Jemen ist Andreas Zöllner als Berater für erneuerbare Energien im Elektrizitätsministerium angestellt. Hier geht es nicht nur um ländliche Elektrifizierung: Die regelmäßige Überlastung des Stromnetzes könnte mit Solartechnik ebenfalls vermieden werden. Große sonnenthermische Kraftwerke an der Küste könnten zur Meerwasserentsalzung dienen. Allein an Finanzierungsmöglichkeiten hapert es, berichten die CIM-Experten.

Das CIM ist eine Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) GmbH und der Zentralstelle für Arbeitsvermittlung (ZAV) mit Sitz in Frankfurt am Main. Zum Großteil finanziert aus Mitteln der Bundesregierung vermittelt das CIM Fachkräfte aus Deutschland und den EU-Staaten an Unternehmen und Institutionen in Entwicklungsländern und nach Mittel- und Osteuropa. Die Schwerpunkte der Förderung liegen in der Wirtschaftsförderung, der Berufsbildung und im Umwelt- und Ressourcenschutz.