Gesetz frühestens Ende 2005

China setzt auf erneuerbare Energien

Veraltete und ineffiziente Kraftwerke stehen in China einem hohen Wirtschaftswachstum und Stromverbrauch gegenüber - jetzt will die Volksrepublik auf erneuerbare Energien setzen. Bei der Entwicklung eines Fördergesetzes steht die deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit den Chinesen zur Seite.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Eschborn (red) - In China wird im Juni dieses Jahres ein Gesetz zur Förderung erneuerbarer Energien n den Gesetzgebungsprozess eingebracht. Bei der Entwicklung des Gesetzes beraten Experten der deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) die Nationale Entwicklungs- und Reformkommission (NDRC).

Chinas Stromerzeugung basiert überwiegend auf heimischer Kohle. Die Kraftwerke sind zumeist veraltet und ineffizient, was zu hohen Kosten und enormen Umweltbelastungen führt. Aufgrund des hohen Wirtschaftswachstums in China steigt der Stromverbrauch stark an. Um die Versorgungs- und Umweltprobleme zu lösen, will China verstärkt auf erneuerbare Energien setzen. Damit die Markteinführung beschleunigt wird, bilden feste Einspeisungsvergütungen das Kernstück des neuen Fördergesetzes. Vorbild ist das deutsche Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Erneuerbare Energien zur Wärmeversorgung und im ländlichen Bereich sollen über einen Fonds gefördert werden.

Zusätzlich sieht der Entwurf zinsgünstige Darlehen und Steuervergünstigungen vor. "Durch die Bündelung der Maßnahmen könnte schnell ausländisches Kapital auf den chinesischen Markt gelangen", sagt Jens Drillisch, GTZ-Experte für Energiepolitik. Details der Regelungen, etwa über die Einspeisungsvergütungen und einen nationalen Ausgleichsmechanismus, werden in den nächsten Monaten ausgearbeitet. Der chinesische Partner hat die GTZ um weitere Unterstützung gebeten. Aufgrund des langwierigen Gesetzgebungsprozesses wird das Gesetz frühestens Ende 2005 in Kraft treten, erläutert Paul H. Suding, GTZ-Programmleiter in Peking.

Bei der Internationalen Konferenz für Erneuerbare Energien in Bonn (renewables 2004) wird die Volksrepublik mit rund 60 Delegierten vertreten sein.

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