Positionspapier

China: Industriestaaten sollen CO2-Ausstoß um 40 Prozent senken

China hat von den reichen Industrienationen erstmals offiziell eine deutlich höhere Senkung des C02-Ausstoßes gefordert als diese bislang zugesagt haben, nämlich 40 Prozent bis 2020 im Vergleich zu 1990. Für sich selbst hat die Volksrepublik jedoch keine verbindlichen Reduktionsziele genannt.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Peking (afp/red) - Die Industrieländer müssten zusagen, ihre Emissionen an Kohlendioxid (CO2) bis 2020 um 40 Prozent im Vergleich zu 1990 reduzieren, forderte die Volksrepublik in einem am Donnerstag veröffentlichten Positionspapier. Dies solle beim UN-Klimagipfel im Dezember in Kopenhagen geschehen, bei dem ein Nachfolgeabkommen für das 2012 auslaufende Klimaschutz-Protokoll vereinbart werden soll. Für sich selbst hat China keine bindenden Reduktionsziele genannt.

Pro-Kopf-Ausstoß zu hoch

Die Industriestaaten müssten sowohl die Verantwortung für ihre in der Vergangenheit angesammelten Klimagas-Emissionen als auch für den weiter hohen Pro-Kopf-Ausstoß übernehmen, heißt es in dem auf der Website des Planungsbüros veröffentlichten Papier. Die Staaten müssten den "nicht nachhaltigen" Lebensstil ihrer Bewohner verändern und den Treibhausgas-Ausstoß "substanziell" verringern. Die Forderung nach einer Senkung um 40 Prozent war schon in mehreren staatlichen chinesischen Medien aufgetaucht, in dem Positionspapier wurde sie aber nun erstmals offiziell genannt.

EU: 30 Prozent bis 2020

Die Europäische Union hat sich bereiterklärt, ihre Emissionen bis 2020 im Vergleich zu 1990 um zwanzig Prozent zu verringern und die Zielmarke auf 30 Prozent zu erhöhen, wenn andere Industriestaaten sich anschließen. Unter dem Kyoto-Protokoll, das 2012 ausläuft, hat sich die EU ein Gesamtminderungsziel von acht Prozent im Vergleich zu 1990 gesetzt. China musste sich als Entwicklungsland gar kein Minderungsziel setzen.

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