Kritik

Chefregulierer sieht gute Chancen für Senkung der Gaspreise

Der Präsident der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth (SPD), sieht gute Möglichkeiten für niedrigere Gaspreise. Die Verbraucher könnten von einer Senkung der Netzdurchleitungskosten profitieren, sagte Kurth der "Berliner Zeitung" (Samstagausgabe).

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - "Unter der Bedingung, dass die Erzeugerpreise für Gas nicht weiter ansteigen, kann es zu Absenkungen kommen", sagte er.

Zugleich kritisierte Kurth die Stromversorger. Seine Behörde habe zwar noch nicht die Kostenunterlagen der Unternehmen geprüft. "Die Preisentwicklung in den vergangenen Jahren lässt aber vermuten, dass bei vielen Versorgern erhebliche Effizienzpotenziale gehoben werden können", sagte Kurth. So hätten einzelne Versorger den Strompreis seit dem Jahr 2000 um 45 Prozent erhöht, andere aber nur um 13 Prozent - "obwohl die Einkaufspreise für Strom bei beiden weitgehend gleich gewesen sein dürften", sagte Kurth.

Unzufrieden äußerte sich Kurth auch über die Preiskalkulationsgrundlagen, die von vielen Stromversorgern bei der Netzagentur einzureichen sind. "Eine Anzahl von Unternehmen hat leider nur unvollständige Daten geliefert. Manche Angaben sind überdies nicht nachvollziehbar", sagte Kurth. So fehlten Angaben darüber, nach welchem Verteilungsschlüssel Gemeinkosten auf die verschiedenen Bereiche wie Vertrieb, Einkauf, Marketing und Netz umgelegt würden. Die betroffenen Unternehmen seien aufgefordert worden, ihre Unterlagen umgehend zu vervollständigen.

Auch der Vizechef des russischen Energieversorgers Gasprom, Alexander Medwedjew, rechnet mit einem Sinken der Energiepreise. "Der Gaspreis wird sich bei 40 bis 50 Dollar pro Barrel einpendeln", sagte Medwedjew der "Welt am Sonntag". Heute liegt der Weltmarktpreis bei 60 Dollar pro Barrel. Gas werde die Energieform der Zukunft bleiben, sagte Medwedjew. Russland könne Europa, die USA und Südostasien 80 Jahre lang beliefern, selbst wenn das Land die Suche nach neuen Gasfeldern einstellt.