"Engpässe möglich"

Chef der Netzagentur sieht Gefahren für Stromversorgung

Der Präsident der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth, hat vor Gefahren für die Stromversorgung in Deutschland gewarnt. "Wir müssen den Ernst der Lage realistisch beschreiben. Mittelfristig sind Engpässe möglich. Das wird von uns mit großer Sorge gesehen", sagte Kurth der "Financial Times Deutschland".

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Hamburg (ddp/sm) - "Das heißt nicht, dass das Netz zusammenbrechen wird. Man kann einzelne Erzeuger und Verbraucher abschalten." Der Behördenchef warnte davor, sich mit einer solchen Situation anzufreunden. "Aber eine solche Situation der Mängelverwaltung halten wir nicht für erstrebenswert. Wir wollen, dass das Netz bedarfsgerecht und sicher ausgebaut wird."

Kurth bezeichnete den Stromhandel als "Stressfaktor" für das Stromnetz. Er betonte aber, dass der Energiehandel politisch gewollt sei, um den begrenzten Wettbewerb in Deutschland zu beleben. "Wettbewerb aus dem Ausland kann die Dominanz einzelner Unternehmen auf dem deutschen Markt zurückdrängen. Aber wir haben derzeit leider an fast allen Grenzen Leitungsengpässe", sagte er.