"Votum gegen Wettbewerb"

Chef der Monopolkommission kritisiert rot-grüne Energiepolitik

Jürgen Basedow, Chef der Monopolkommission, hat im Streit um die hohen Strom- und Gaspreise die Politik der Bundesregierung scharf kritisiert. Die Bundesregierung vertrete einseitig die Interessen der Energiekonzerne; der Verbraucher solle für die langfristige Sicherung der Energieversorgung zahlen.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp.vwd/sm) - Im Streit um die hohen Strom- und Gaspreise in Deutschland hat der Chef der Monopolkommission, Jürgen Basedow, die Politik der Bundesregierung scharf kritisiert. Zu Lasten der Verbraucher vertrete Rot-Grün einseitig die Interessen der Energiekonzerne, sagte Basedow der "Berliner Zeitung" (Montagausgabe). "Der Verbraucher soll für die langfristige Sicherung der Energieversorgung zahlen", so Basedow.

Basedow sagte, seit der Ministererlaubnis für die Fusion der Versorger E.ON und Ruhrgas 2002 werde deutlich, dass die Bundesregierung die deutsche Energiewirtschaft stärken wolle, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Dieser Kurs, den Wirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) auch im Streit um die Reform des Energiewirtschaftsrechts fortsetze, sei zugleich ein Votum gegen Wettbewerb und gegen die Verbraucher. "Das wird so deutlich nirgendwo gesagt, weil es immer heißt, der Verbraucher habe darunter nicht zu leiden. Aber das stimmt so nicht", sagte Basedow.