Niedrigere Einstiegstarife

CDU will Sozialtarife mit längeren AKW-Laufzeiten finanzieren

Nach der SPD will auch die CDU Verbraucher mit niedrigeren Stromtarifen entlasten. In der "Bild"-Zeitung verlangte der CDU-Wirtschaftsexperte Laurenz Meyer längere Laufzeiten der Kernkraftwerke, um den privaten Haushalten günstigere Tarife anbieten zu können.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - "Wir wollen Vorteile für den normalen Arbeitnehmer. Deshalb sollten wir die Laufzeiten unserer kostengünstigen Kernkraftwerke verlängern", sagte Meyer, der auch Vorsitzender der Arbeitsgruppe Wirtschaft und Technologie der Unions-Bundestagsfraktion ist.

Die daraus resultierenden Gewinne müssten den privaten Haushalten zufließen. "Alle Haushalte sollten die ersten 500 Kilowattstunden Strom verbilligt beziehen können. Dann hätte die Verlängerung der AKW-Laufzeiten ökologische und ökonomische Vorteile für die Bevölkerung."

Die energiepolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion, Gudrun Kopp, sagte, der Unions-Vorschlag einer Kopplung der Laufzeitverlängerung für Kernkraftwerke an die verbilligte Abgabe der ersten 500 Kilowattstunden sei "gefährlicher ordnungspolitischer Unsinn". Auf wettbewerblichen Märkten habe staatliche Preisgestaltung "nichts verloren", sagte Kopp.

Zwar seien Laufzeitverlängerungen aus Gründen des Klimaschutzes, der Versorgungssicherheit und der Preisgünstigkeit "dringend geboten", betonte Kopp. Wirksamer entlastet würden die Verbraucher jedoch durch eine Senkung der Energiesteuer. Als Kompensation für eine Laufzeitverlängerung könnten die Kernkraftbetreiber sich zu einem stärkeren Engagement in der Energieforschung verpflichten.