Erneuerbare Energien ausbauen

CDU will längere AKW-Laufzeiten als Brückenfunktion

Umweltpolitiker der CDU wollen alternative Energien bis 2050 zur führenden Energiequelle ausbauen und sich langfristig von der Atomkraft verabschieden. Jedoch sei die Kernenergie zunächst als "Brückenfunktion" unverzichtbar, bis neue Energieträger ausreichend vorhanden sind.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Passau/Mainz (ddp/sm) - Die Befürwortung alternativer Energien geht aus einem Papier der Partei-Arbeitsgruppe Umwelt/Energie hervor, das der "Passauer Neuen Presse" (Donnerstagausgabe) vorliegt. Die CDU-Grundsatzprogrammkommission will die Vorlage am kommenden Montag erstmals beraten. In dem achtseitigen Entwurf heißt es: "Ziel ist es, dass die erneuerbaren Energien bis zum Jahr 2050 den Hauptanteil der Energiebereitstellung in Deutschland tragen."

Das Papier soll in das neue Grundsatzprogramm einfließen. Bis 2020 soll der Anteil regenerativer Energien insgesamt bei "mindestens 25 Prozent" liegen. Zur Stromerzeugung sollen sie 35 Prozent beitragen, zur Wärmebereitstellung 25 Prozent und zu den Kraftstoffen 20 Prozent. Die Atomkraft ist in den Augen der Umweltpolitiker "auf absehbare Zeit" unverzichtbar. Sie sprechen ihr aber nur eine "Brückenfunktion" zu, bis neue, klimafreundliche Energieträger ausreichend zur Verfügung stünden.

Auch der CDU-Landeschef Christian Baldauf fordert in der Diskussion um eine zukunftsweisende Energiepolitik eine Verlängerung der Laufzeiten von Atomkraftwerken und den Ausbau der erneuerbaren Energien. "Wir müssen um unserer Kinder willen an dieses Thema ran", sagte Baldauf vor rund 250 CDU-Anhängern beim politischen Aschermittwoch der CDU in Mainz. Ziel müsse sein, mit der Atomkraft "Zeit zu kaufen" für den Übergang in ein neues Energiezeitalter. Aus dem Gewinn sollte aber eine Quote von 40 bis 50 Prozent in die Entwicklung erneuerbarer Energien gesteckt werden, forderte Baldauf.

Atomstrom sei "nicht die Energiequelle der Zukunft", Kernenergie sei aber eine CO2-freie Energie, sagte Baldauf weiter. Deutschland brauche deshalb "noch eine Weile, vorübergehend" Atomkraft, "um die Umwelt zu schützen". Zugleich kritisierte er den Bau neuer Kohlekraftwerke wie in Mainz als "Milliarden-Investitionen in alte Technologien" und als "den falschen Weg".