Rügen gegen Kraftwerk Lubmin

CDU-Werbebrief heizt parteiinternen Kraftwerks-Streit an

Ein Werbeschreiben der CDU-Landtagsfraktion hat auf der Insel Rügen den parteiinternen Streit um das in Lubmin geplante Steinkohlekraftwerk angeheizt. Der an alle Inselhaushalte verteilte Prospekt "schlage jedem CDU-Mitglied auf der Insel ins Gesicht", sagte die Göhrener Bürgermeisterin Carola Koos (CDU).

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Göhren (ddp-nrd/sm) - In dem Brief werden die Rüganer zu einer sachlichen Diskussion "ohne Schaum vor dem Mund, ohne falsche Bilder und nicht aus dem Bauch heraus" aufgefordert. Koos kritisierte derartige Unterstellungen und verwies darauf, dass die Gegner des dänischen Investitionsprojekts durchaus mit Fakten argumentierten.

Dazu gehöre, dass das Kraftwerk jährlich 10,6 Millionen Tonnen Kohlendioxid, jeweils 7500 Tonnen Schwefeldioxid und Stickoxid, 60 Tonnen Schwermetalle sowie 1100 Kilogramm Quecksilber ausstoßen und Abwärme im Umfang von 2000 Megawatt in den Greifswalder Bodden einleiten werde. Sie forderte die Rüganer auf, sich an der Unterschriftenaktion gegen das Kraftwerk zu beteiligen.

Bereits vor drei Wochen hatte das klare Bekenntnis der CDU-Landtagsfraktion zu dem umstrittenen Kraftwerksprojekt auf Rügen massive Kritik von Vertretern der CDU und der Tourismuswirtschaft ausgelöst.