Uneinigkeit

CDU streitet weiter über geplantes Kraftwerksprojekt in Lubmin

In den CDU-internen Streit um den geplanten Bau eines Steinkohlekraftwerks in Lubmin hat sich jetzt auch der frühere Ministerpräsident von Mecklenburg-Vorpommerns, Alfred Gomolka, eingeschaltet. Er forderte seine Partei auf, sich sachlich mit dem Projekt auseinanderzusetzen.

Netzausbau© Günter Menzl / Fotolia.com

Greifswald (ddp-nrd/sm) - Durch das Projekt würden nicht nur erhebliche Flächen beansprucht und die Schifffahrtswege zusätzlich belastet, teilte der EU-Abgeordnete am Mittwoch in Greifswald mit. Es sei auch mit regelmäßigen Ausbaggerungen des Greifswalder Boddens zu rechnen.

Gomolka forderte seine Partei auf, sich sachlich mit dem Projekt des dänischen Konzerns Dong Energy auseinander zusetzen. Seiner Ansicht nach werde die Diskussion um Energiestandorte in Deutschland verschleiert geführt, da die realen Kosten der diversen Energien durch erhebliche Subventionen unklar blieben. Wichtigstes Ziel müsse immer das Energiesparen sein. Daher sollten bestehenden Kraftwerksrestlaufzeiten verlängert werden.

Der frühere Umweltminister Frieder Jelen (CDU) sagte, er sehe noch erheblichen Prüfungsbedarf der Fachbehörden. Das betreffe unter anderem die zu erwartenden Folgen für die Wassertemperatur und -qualitäten im Greifswalder Bodden sowie Fragen zum Ausbau des bestehenden Stromleitungsnetzes.

Die CDU-Landtagsfraktion hatte sich vor einer Woche bei einem Besuch in Lubmin geschlossen hinter das Kraftwerksprojekt gestellt und damit vor allem Protest bei CDU-Politikern auf Rügen und Tourismusvertretern ausgelöst. Am Donnerstag will sich der CDU-Wirtschaftsrat mit dem Vorhaben auseinandersetzen.