"Dringend benötigt"

CDU-Politiker fordern Debatte über Nutzung der Kernkraft

Die nordrhein-westfälischen CDU-Parlamentarier im Europäischen Parlament und im Landtag fordern eine offene Diskussion über die weitere Nutzung von Kernenergie in Deutschland. Wenn man Preisstabilität, Klimaschutz und Energiesicherheit wolle, dürfe man auf Atomkraft nicht verzichten, so der Chef der Landtagsfraktion.

Netzausbau© Günter Menzl / Fotolia.com

Düsseldorf (ddp-nrw/sm) - In der aktuellen europäischen Debatte um Energiesicherheit und Klimaschutz dürfe es keine Denkverbote geben, sagte der Europaparlamentarier Herbert Reul (CDU) am Dienstag nach einem Gespräch mit der Landtagsfraktion in Düsseldorf. Es mache keinen Sinn, diesen Energiebereich "auszublenden".

Auch der Chef der CDU-Landtagsfraktion, Helmut Stahl, betonte, dass ein Verzicht auf die Atomkraft nicht weiterhelfe, wenn man sowohl Energiesicherheit als auch Preisstabilität und Klimaschutz erreichen wolle. Kernkraft werde auf absehbare Zeit eine Energie sein, die dringend benötigt werde, ergänzte Reul. Nach Ansicht des Europaparlamentariers Elmar Brok wird die Atomenergie auch wegen eine unsicheren Versorgungslage bei Öl und Gas wichtiger. So sei beispielsweise die Lage im Nahen Osten weiter instabil.

Reul kritisierte in diesem Zusammenhang auch die Absicht von Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD), den Antrag des Energiekonzerns RWE auf eine längere Laufzeit des hessischen Kernkraftwerks Biblis A ablehnen zu wollen. Dies sei "abenteuerlich", sagte der Politiker.