Umstrittene Pläne

CDU-Politiker denken über Aufrüstung von AKW nach

In der Union zeichnet sich einem Medienbericht zufolge ein Richtungsstreit in der Atompolitik ab. In der CDU-Spitze wird offenbar darüber nachgedacht, Stromkonzernen die technische Aufrüstung von Atomkraftwerken zu ermöglichen. Dies käme praktisch einem Neubau gleich, so Kritiker.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (afp/red) - Im Wahlprogramm der Union wird der Neubau von weiteren Kernkraftwerken zwar ausgeschlossen; durch die Aufrüstung könnten jedoch gleichwohl die technische Laufzeit und die Stromleistung eines Reaktors erhöht werden.

Der bayerische Umweltminister Markus Söder (CSU) und die baden-württembergische Umweltministerin Tanja Gönner (CDU) lehnen eine technische Aufrüstung deutscher Atomkraftwerke dem Bericht des Nachrichtenmagazins "Spiegel" zufolge jedoch ab. Beide Politiker gelten im Fall eines Wahlsiegs von Union und FDP als Kandidaten für das Amt des Bundesumweltministers.

"Die Anlagen dürfen nicht so ausgebaut werden, dass es auf einen praktischen Neubau hinausläuft", sagte Söder dem "Spiegel". Als Vorbild für den Plan der Unions-Spitze gilt demnach Schweden, wo das Atomkraftwerk Forsmark mit 1,2 Milliarden Euro modernisiert wird. Dadurch sollen technische Laufzeit und die Stromleistung deutlich erhöht werden.